So soll die Basler Fasnacht 2022 stattfinden
«Gässle» ununterbrochen möglich, aber Anreise mit ÖV schwierig: Strategie der Regierung wirft teilweise Fragen auf.
Die Basler Regierung hat am Mittwoch im Congress Center bei der Messe gemeinsam mit dem Fasnachts-Comité präsentiert, wie die Basler Fasnacht 2022 vom 7. März bis 10. März 2022 stattfinden soll.
Das Wichtigste in der Übersicht:
- Von Montagmorgen 04:00 Uhr bis Donnerstagmorgen 04:00 Uhr soll das «Gässle» in der Basler Innenstadt durchgehend erlaubt sein
- Die Lichter werden für einen «eingeschränkten Morgestraich» gelöscht. Es gibt aber keine Extrafahrten mit dem Öffentlichen Verkehr in die Stadt
- Auch Nachtfahren mit dem ÖV (BVB und BLT) wird es nicht geben. Man wolle einen Publikumsauflauf vermeiden, so die Regierung
- Das «Gässle» verläuft unorganisiert ohne festen Routenplan, es gibt keinen Umzug mit festgelegter Marschroute
- Guggen-Musiken können Platzkonzerte geben
- Es bleibt dabei: Wagen-Cliquen und Chaisen können nicht an der Fasnacht teilnehmen
- Die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz kann durchgeführt werden. Das Fasnachts-Comité hat ein Schutzkonzept eingereicht
- Schnitzelbänke können «im Innenbereich unter Beachtung von Covid-Schutzmassnahmen» auftreten
- Für Restaurants und Beherbergungs-Betriebe gelten von Montag bis Mittwoch angepasste Öffnungszeiten von 05:00 bis 01:00 Uhr. Es gelten die Covid-Vorschriften gemäss Bundesgesetz
- Die Cliquen-Keller können ebenfalls von 05:00 bis 01:00 Uhr offenbleiben. Sie sind aber nur für Mitglieder zugänglich, also nicht für die breite Öffentlichkeit
Die Regierung behält sich – in Bezug auf den Bundesrat und seine Beschlüsse – sowohl Lockerungen wie Verschärfungen des Schutzkonzepts vor.
«Es gab im Zusammenhang mit der Basler Fasnacht und unserem aktuellen Konzept keine Gespräche mit dem Bundesrat oder mit Alain Berset», sagte Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte) auf Nachfrage von Prime News.
Toll, dass es klappt – aber nicht alles überzeugt
Nun also ist klar, wie die Basler Regierung und das Comité im Pandemie-Jahr 2022 die Fasnacht durchführen wollen.
Die gute Nachricht: Sehr vieles wird möglich sein. Man wolle «die drey scheenste Dääg» vor allem für die Aktiven ermöglichen, betonten die drei anwesenden Regierungsräte Beat Jans, Lukas Engelberger und Stephanie Eymann. Auch Comité-Obfrau Pia Inderbitzin bekräftigte diesen Standpunkt.
Will heissen: Vor allem das «Gässle» soll ab Morgestraich 4 Uhr bis Ändstreich 4 Uhr durchgehend erlaubt sein und der leidenden Fasnachtsseele Gutes tun. Für die Mitglieder – aber nur für diese – dürfen auch die Cliquenkeller ihre Türen öffnen. Wie gut entsprechende Kontrollen überhaupt umsetzbar sind, bleibt derweil offen – man mag darüber hinwegsehen.
Nun aber zu zwei Einschränkungen, die in ihrer Umsetzung nicht überzeugen:
- Die Beizen müssen ab 01 Uhr schliessen – nicht aber jene, die das Jahr hindurch über eine 24-Stunden-Bewilligung verfügen. Man kann sich den Ansturm vorstellen, den das gibt. Dieses Konzept scheint wenig durchdacht.
- BVB und BLT werden keine Extrafahrten an den Morgenstraich und keine Nachtfahrten durchführen. Die Leute müssen selber einen Weg finden, wie sie an die Fasnacht anreisen. Ein bevorstehendes Verkehrschaos (hupende Autokolonnen) ist vorprogrammiert, denn nach zwei Jahren ohne Fasnacht dürfte der Publikums-Aufmarsch nicht zu knapp ausfallen. Man denke zudem daran, dass im grenznahen Ausland Umzüge abgesagt wurden, was das Interesse an der Basler Fasnacht zusätzlich steigert. Auch diesen Punkt haben die Verantwortlichen zu wenig überlegt.
Aber immerhin: Die Basler Fasnacht kann stattfinden, wenn auch unter Vorbehalten. Das ist die Hauptsache. (ck)
Die kostenlose Prime News-App – jetzt herunterladen.

13 Kommentare