Die Kreativität mit der Wirtschaftlichkeit verbinden
Lernende bei Blumen Au Bouquet haben im Rahmen ihrer Ausbildung eine Herbst-Ausstellung mit Trockenblumen kreiert.
Wer dieser Tage ins Schaufenster von Blumen Au Bouquet an der Elisabethenstrasse blickt, ist doch etwas baff erstaunt: Da steht zwischen allerlei Trockenblumen nicht nur ein Heuballen, sondern auch eine mannsgrosse Vogelscheuche, gekleidet in ein kariertes Hemd und bewaffnet mit der Heugabel. Huch, was ist denn da passiert?
Die Antwort – sie ist eine vielversprechende. Denn dass nun in der Auslage des traditionellen Basler Blumengeschäfts die Vorboten des Herbsts Einzug gehalten haben, ist das Werk von drei Nachwuchskräften.
Die Rede ist von Naomi Hofer, Yasmin Anceschi und Lara Spano. Die jungen Frauen absolvieren in Basel eine Floristinnen-Lehre: Naomi und Yasmin arbeiten bei Blumen Au Bouquet, Lara Spano beim «Bluemelade bim Schloss» in der Aeschenvorstadt. Zur Ausbildung gehört auch eine praktische Vertiefungsarbeit. Und diese setzt das Trio gemeinsam um.
Kreativität mit Wirtschaftlichkeit verbinden
«Die thematische Vorgabe der Schule lautet: Wir machen Gewinn», erklärt Yasmin bei einer Tasse Kaffee. Die Lernenden sollen also nicht nur eine attraktive Ausstellung auf die Beine stellen, sondern auch nachweisen, inwiefern ihre Kreationen bei den Kundinnen und Kunden Anklang gefunden haben – sei es durch Likes in den Sozialen Medien oder durch Käufe im Laden.
Den wirtschaftlichen Gewinn ins Zentrum ihrer Tätigkeit zu stellen, sei doch eine ziemliche Herausforderung, sagt Yasmin. «Wir mögen das Gestalterische, aber alles mit Zahlen oder Businessplänen ist nicht so unser Ding», meint sie lachend. Auf der anderen Seite sei die Vertiefungsarbeit eine Chance, um einen vollständigen Einblick in das Floristen-Metier zu erhalten.
Das findet auch Blumen Au Bouquet-Geschäftsführer Andreas Bertschmann. «Ich begrüsse es, dass der unternehmerische Aspekt in der Ausbildung nicht zu kurz kommt. Sich einmal mit den Betriebskosten und den Verkaufszahlen auseinanderzusetzen und daraus Massnahmen abzuleiten, schafft das Bewusstsein und Verständnis für wirtschaftliches Denken.»
Das Regionale betonen
Was haben sich Naomi, Yasmin und Lara nun aber ausgedacht? Das Schaufenster zeigt eine Bauernhof-Kulisse mit verschiedenen getrockneten Blumen in unterschiedlicher Grösse, Farben und Beschaffenheit, da sind Kürbisse, Äpfel, dazu diverse Gefässe. Zur Auswahl steht ein breites Sortiment an Sträussen, Gestecken, einzelne Blumen wie auch Kränzen.
«Wir wollten die Nachhaltigkeit und das Regionale betonen», erklärt Yasmin. Trockenblumen würden einem Trend entsprechen, was sich beispielsweise in den Katalogen von Einrichtungsgeschäften zeige, wo sie zur Inszenierung von Möbelstücken immer häufiger vorkämen. Die steigende Beliebtheit dürfte mit der langen Haltbarkeit zu tun haben, vermutet die Lernende.
Ob sich die spürbare Freude an der Kreativität nun aber auch in der Erfolgsrechnung niederschlägt, wird sich erst noch zeigen. Bei ihrer Vertiefungsarbeit werden Naomi, Yasmin und Lara eine genaue Auswertung vornehmen.
Dazu haben Sie eine Umfrage gestartet an der auch Sie teilnehmen können. Stimmen Sie mit ab und verhelfen damit den Dreien eine aussagekräftige Analyse zu erstellen.
«Mich freut die Initiative der Lernenden, sie haben eine Willlensleistung vollbracht und sind offen für Learnings. Das ist das Wichtigste», sagt Andreas Bertschmann.
Übrigens: Wem die Vogelscheuche bekannt vorkommen sollte, täuscht sich nicht: Während den Fasnachtstagen steht dieselbe Gestalt ebenfalls im Schaufenster, dann einfach in Waggis-Kleidung.
Floristik aus Leidenschaft
Blumen Au Bouquet
Elisabethenstrasse 15
4010 Basel
Tel.: +41 61 272 47 24
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