Wie Hightech allerhöchste Präzision ermöglicht
Die Clarahof-Spezialärzte Dr. med. Marcel Csizy und PD Dr. med. Dominic Mathis setzen mit dem neuen «VELYS»-Roboter bei der Implantation von künstlichen Kniegelenken auf modernste Technik.
Kürzere Operationszeiten, eine raschere Erholung der Patienten und noch mehr Präzision bei der Implantation von Knieprothesen: Das sind die Vorteile, die sich Dr. Csizy und PD Dr. Mathis von der Roboter-assistierten Knieendoprothetik mit dem «VELYS»-System erhoffen.
«VELYS wurde vom amerikanischen Gesundheitskonzern Johnson & Johnson entwickelt. Es handelt sich dabei um eine der weltweit modernsten Roboter-Technologien, die es derzeit in der Orthopädie gibt», erklären die beiden Spezialärzte für Orthopädische Chirurgie der Praxisgemeinschaft Clarahof im Gespräch.
«Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten, welche die medizinische Qualität und Kosteneffizienz nochmals auf ein höheres Level hebt. Davon sind wir überzeugt».
Fehlerquelle Mensch wird reduziert
Nach intensiven Weiterbildungskursen haben Dr. Csizy und PD Dr. Mathis diese hochmoderne Technik erstmals angewendet und Ende August drei Patientinnen und Patienten mit einer Roboter-assistierten Knieprothese mit dem VELYS System versorgt.
«Die Operationen gingen reibungslos vonstatten, unsere Erwartungen an die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des neuen Systems wurden erfüllt», berichten die beiden Ärzte. Die Eingriffe fanden in der Merian Iselin Klinik statt, die VELYS angeschafft hat und den Belegärzten jeweils ein technikspezifisch geschultes Operationsteam zur Seite stellt.
Wie Dr. Csizy ausführt, habe er seit nunmehr 20 Jahren mit der sogenannten «computer-assistierten navigierten Implantationstechnik» gearbeitet. Bereits dieses System habe einen sehr hohen Präzisionsstandard erreicht und sich laufend verbessert.
Roboter setzt Planung exakt um
Vieles bleibe bei der neuartigen Roboter-assistierten Anwendung denn auch gleich: So würden während der Operation weiterhin laufend Messungen zu Schnittebenen und Bandspannungen gemacht, auch am Operationsablauf ändere sich nichts Wesentliches. Wie bei der Navigation fällt eine kostenintensive zusätzliche Bilddiagnostik vor der Operation weg.
«Der Hauptunterschied mit VELYS im Vergleich zur Navigation liegt im Wegfallen der manuell gesetzten Knochenschnittblöcke», sagt Dr. Csizy. «Es ist nicht mehr der Chirurg, der Schnittblöcke und Säge von Hand setzt und führt, sondern der Roboter, der die zuvor am Bildschirm vorgenommene Planung exakt umsetzt. Dadurch fällt ein gewisses menschliches Fehlerpotenzial weg und die Genauigkeit nimmt zu».
Indes könnte bei den Patienten ein mulmiges Gefühl aufkommen, wenn so wichtige Operationsschritte an eine Maschine delegiert werden. Er sei sich dieser Skepsis bewusst, sagt PD Dr. Mathis und betont: «Die Kontrolle bleibt immer beim Operateur. Der Roboter unternimmt nichts von alleine».
Prothesen sollen länger halten
Ziel sei es, mit VELYS die Patientenzufriedenheit zu verbessern und die Lebensdauer einer Prothese zu verlängern. «Das gelingt umso besser, je personalisierter die Implantation erfolgt. Schliesslich ist jedes Knie ein wenig anders und wir möchten bei der Operation die jeweilige Bandspannung und Anatomie des Patienten optimal berücksichtigen», betonen die beiden Ärzte.
Statistiken zeigen, dass rund 20 Prozent aller Knieprothesen-Patienten nach dem Eingriff Beschwerden haben. «Die Ansätze, diesen Anteil zu reduzieren, sind vielschichtig. Eine potenzielle Massnahme besteht in der Nutzung der Roboter-assistierten Technik», erklärt PD Dr. Mathis.
Darüber hinaus ergibt sich für den Kniespezialisten in diesem Zusammenhang ein zusätzliches riesiges Potenzial: «Die VELYS-Roboter in aller Welt könnten in anonymisierter Form Daten sammeln. Würde man diese Daten mit Künstlicher Intelligenz auswerten, könnten die Ärzte bei den Operationen auf wertvolle Empfehlungen für die bestmögliche Eingriffsvariante zurückgreifen.»
Wegen der strengen Datenschutzgesetze sie die Datenverwendung aktuell zwar noch nicht möglich. «Es wäre aber wichtig, hier eine Lösung zu finden – im Sinne des medizinischen Fortschritts und vor allem auch im Sinne des Patientenwohls».
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