Neo-FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner stellt sich vor
Chance oder Risiko? Lichtsteiner stellte sich den Fragen der Medien. André Audersets Einordnung im Video-Beitrag.
Neo-FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner hat sich am Dienstag den Fragen der Medienschaffenden gestellt. André Auderset sagt im Video, wie er ihn wahrgenommen hat und was er zum «Projekt Lichtsteiner» sagt:
Am Montag erreichte die FCB-Fans die Nachricht, die insgeheim schon länger in der Luft schwebte: die Trennung von Cheftrainer Ludovic Magnin. Nach dem Klassiker im Letzigrund hielt die FCB-Führung noch auf der Tribüne eine «Notsitzung» ab. Der Sieg in einem spektakulären Spiel gegen den FC Zürich konnte Ludovic Magnin nicht retten. In den Medien kursierten daraufhin einige Namen von möglichen Nachfolgern – ein Gerücht hielt sich besonders hartnäckig: Stephan Lichtsteiner soll übernehmen.
So war es dann auch. Noch am Montagabend bestätigte der Club, was im Netz bereits vermutet und intensiv diskutiert wurde. Eine «sehr mutige Wahl», wie Prime News schrieb. Lichtsteiner ging als «begnadeter Defensivspieler» in die Geschichtsbücher der Schweizer Nati ein. Erfahrungen als Trainer im Profibereich bringt er aber keine mit. Im Februar 2022 stiess Lichtsteiner ein erstes Mal zum Nachwuchs des FC Basel 1893. Danach stand er zuletzt beim FC Wettswil-Bonstetten in der 1. Liga Classic an der Seitenlinie.
Auf den sozialen Medien sorgt die Nachricht über den neuen Trainer für viel Diskussionsstoff.
Lichtsteiner war für U21 vorgesehen
30 Minuten hatten die Medienschaffenden am Dienstagmorgen Zeit, um Stephan Lichtsteiner mit Fragen zu löchern. Der 42-Jährige betonte, wie «enorm» gross die Herausforderung sei. Gleichzeitig habe sich ihm mit diesem Angebot natürlich eine «riesige Chance» geboten.
Sportdirektor Daniel Stucki sprach am Dienstag von einem «langfristigen Projekt» für den FC Basel. «Wir sind klar der Meinung, dass es wichtig ist, einen Trainer nachhaltig über längere Zeit zu haben», erklärte er. Deshalb passe auch der Begriff «Projekt» gut. Den Zeitpunkt – es stehen entscheidende Spiele an – habe man dabei «bewusst ausgewählt».
Eigentlich hätte Stephan Lichtsteiner im Sommer wohl die U21 übernehmen sollen, darüber habe man sich zumindest ausgetauscht. Hätte unter Magnin also das erhoffte Aufbäumen stattgefunden, wäre Lichtsteiner wohl nachgerückt, wenn dieser zu einem anderen Team weitergezogen wäre. «Dieser Schritt wurde jetzt vorgezogen», betonte Stucki.
Lichtsteiner nimmt mit Pascal Bader Vertrauensperson mit
Trainer wie Pep Guardiola, Vincent Kompany oder Andrea Pirlo seien Beispiele dafür, dass ein erfolgreicher Einstieg im Profibereich auch ohne Vorerfahrung möglich sei, so Stucki. Zudem gebe es zahlreiche erfahrene Trainer, die trotzdem gescheitert seien.
Durch seine Erfahrung, die Lichtsteiner beim FC Basel im Nachwuchsbereich sammeln konnte, kennt er den Club. Das sei eine Chance, die man ergreifen müsse, so Stucki. «Wir geben alles, dass das Projekt auch klappt», betonte er. Lichtsteiner gab zudem zu Protokoll: «Ich bin bereit.»
Im Trainerstaff kommt es zum heutigen Zeitpunkt nur zu einer Veränderung, mit Pascal Bader nimmt Lichtsteiner nämlich eine Vertrauensperson als Assistenztrainer mit zum FC Basel. Bader ist Ex-Fussballer und trainierte zuletzt im Nachwuchs des FC Aarau. Magnin hatte diese Möglichkeit nicht, hätte wohl aber davon profitieren können, wenn dem so gewesen wäre, wie Stucki selbstkritisch betonte.
Im Sommer werde man eine Auslegeordnung machen und, falls nötig, weitere Anpassungen am Trainerstaff vornehmen.
Lichtsteiner verspricht «dominanten Fussball»
Der 42-jährige Neo-FCB-Trainer wird im Sommer die UEFA Pro-Lizenz abschliessen. Die Trainerausbildung absolviert er in Italien, einem Land, das er aus seiner Zeit als Fussballprofi bestens kennt. 16 Titel hat er dort gewonnen. 2015 wurde er zudem Fussballer des Jahres.
Am Dienstagnachmittag um 14.30 Uhr trifft Lichtsteiner die Mannschaft zum ersten Training. Ab sofort liege der volle Fokus auf den kommenden Spielen gegen Viktoria Pilsen und den FC Thun. «Ich bin hier bei einem Verein, der gewinnen will und muss», betonte Lichtsteiner und versprach den Anwesenden «dominanten Fussball». «Ich habe mich immer an Titeln gemessen. Man unterschreibt nicht beim FC Basel, wenn man nicht den Willen nach Titeln hat.»
Eine in der Region Basel durchaus wichtige Frage beantwortet Lichtsteiner an diesem Dienstag mit «Nein». Nach Basel ziehen wird er wohl nicht, da seine Familie in Zürich lebt und die Kinder auch dort zur Schule gehen.
Selbstbewusst, kompromisslos und konfliktbereit
Es bleibt wenig Zeit, um der Mannschaft vor dem Europa-League-Spiel gegen Viktoria Pilsen seine Spielphilosophie näherzubringen. Lichtsteiner trat am Dienstag aber so auf, wie man ihn auch als Spieler kannte: selbstbewusst, kompromisslos und stets konfliktbereit. Medienschaffende und Fans dürfen gespannt sein, wie das «Projekt Lichtsteiner» anläuft.
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