Was kostet eine Büroreinigung?
Branchenexperte Nicola Safarik, Geschäftsführer der Dasis AG, gibt Einblick in die Kalkulation der Reinigungsbranche.
Nicola Safarik ist Geschäftsführer des Basler Reinigungsinstituts Dasis AG mit 150 Angestellten. Er ist Mitglied des Branchenverbands Allpura und Präsident der Regionalen Paritätischen Kommission, bei der Arbeitgeber und Gewerkschaften an einem Tisch sitzen.
Im Interview äussert sich Safarik zu Aspekten aus seinem Fachgebiet. Dies mit dem Ziel, der breiten Bevölkerung die Eigenheiten und Bedürfnisse der Reinigungsbranche näherzubringen.
Jemand wünscht eine Büroreinigung. Wie kalkulieren Sie den Preis?
Zuerst klären wir das Intervall: Wird einmal pro Woche gereinigt, dreimal oder täglich? Dann folgt das Leistungsverzeichnis – was genau zu tun ist. In Büroräumlichkeiten ist das meistens stark standardisiert. Vier Aspekte sind jeweils zentral: Mobiliar, Böden, Abfallentsorgung und sanitäre Anlagen.
Wie leiten Sie aus dieser Analyse die Stundenzahl ab?
Über sogenannte Leistungszahlen. Die Frage lautet: Wie viele Quadratmeter schafft eine Reinigungskraft pro Stunde? Das hängt von der Raumkategorie ab. Bei einem Büro kalkulieren wir mit durchschnittlich 180 Quadratmetern pro Stunde, einem Flur oder Treppenhaus mit etwa 220 Quadratmetern. Toiletten sind aufwändiger, dort sind es rund 60 Quadratmeter, ein Aufenthaltsraum liegt bei etwa 140 Quadratmetern.
Sind solche Werte denn immer gleich?
Nein, sie variieren je nach Nutzung. Ein 30-Quadratmeter-Büro mit einer einzigen Person ist nicht vergleichbar mit demselben Raum, in dem sechs Personen arbeiten. Dann ist der Reinigungsbedarf deutlich höher.
Auch der Anspruch unterscheidet sich: Das Chefbüro einer Privatbank ist etwas anderes als ein Arbeitstisch in der Ecke. Die grosse Unbekannte bleibt der Mensch – manche hinterlassen überall Krümel, andere sind so ordentlich, dass man unsicher wird, ob nicht bereits gereinigt wurde.
Wird jeweils eine Begehung vor Ort durchgeführt?
Ja, das machen wir praktisch immer – ausser bei ganz kleinen Aufträgen. Der Einblick in die Räumlichkeiten vermittelt einen wertvollen Eindruck. Man muss aber festhalten: Der Sauberkeitsanspruch ist sehr individuell. Manche Kunden sind mit weniger zufrieden, als wir empfehlen würden, andere wollen deutlich mehr.
Wie sieht es mit dem Einsatz von Maschinen und Robotern aus?
Eine Scheuersaugmaschine ist schneller und liefert ein besseres Resultat. Das verschiebt Kosten vom Personal hin zum Material. Günstiger ist es aber nicht zwingend, denn so eine Maschine kostet einiges, dazu kommen Wartung und Reinigung.
Roboter lohnen sich heute fast nur auf sehr grossen Flächen wie Flughäfen oder Lagerhallen. Im Bürobereich sind sie kaum im Einsatz: Die Flächen sind zu klein und zu verwinkelt, überall stehen Stühle und Tische im Weg. Eine Maschine kostet zudem schnell 30'000 bis 50'000 Franken.
Wie sieht die Zukunft aus?
Die Geräte werden stetig kleiner, handlicher und günstiger. Gut möglich, dass die Putzroboter schon bald eigenständig per Lift die Stockwerke abfahren, an einer Station Wasser und Batterien aufladen und erkennen, welche Bereiche noch zu reinigen sind.
In der Reinigungsbranche ist der Kostendruck gross. Was können negative Auswirkungen sein?
Bei grossen öffentlichen Ausschreibungen unterbieten sich Firmen, indem sie die Leistungszahlen künstlich hochschrauben. Dann hat die Reinigungskraft viel zu wenig Zeit für viel zu viel Arbeit. Entweder es geht knapp auf, oder es wird nicht sauber – und dann beginnen die Diskussionen.
Die Kunst der Kalkulation ist, die Situation so einzuschätzen, dass am Ende ein fairer Preis und die gewünschte Qualität herauskommen.
Dieser Beitrag erschien in der Juni-Ausgabe der Kleinbasler Zeitung.
Das Basler Reinigungsinstitut
150 Mitarbeitende von Dasis AG reinigen täglich in Büros, Kliniken, Museen und Schulen in der Region Basel. Sind Sie auf der Suche nach einem Reinigungsunternehmen? Gerne stehen wir Ihnen bei Ihren Bedürfnissen zur Verfügung und freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.
DASIS AG
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4052 Basel
Tel.: 061 338 80 30
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