03.09.2026 Prime Content 3 minMinuten Lesedauer

Bei der Arbeits­sicherheit gibt es keinen Spielraum

Die Gebäudetechnikerin ETAVIS schult ihre Lernenden von Anfang an intensiv, damit es auf der Bau­stelle keine Unfälle gibt.

Haben Sie schon einmal eine Leiter benutzt? Dann ist Ihnen sicher aufgefallen, dass das eine ziemlich wackelige Angelegenheit sein kann. 6’000 Unfälle passieren laut Suva jährlich allein im Arbeitsumfeld. Deswegen wird den Lernenden bei ETAVIS der korrekte Umgang beigebracht, bevor sie erstmals eine Baustelle betreten.

Im Rahmen der Einführungstage am Hauptsitz beim Dreispitz wurde dem Nachwuchs Anfang August mit intensiver Schulung das Thema Arbeitssicherheit nähergebracht. Zuvor hatten die 50 neuen Lernenden aus der Region Basel bereits eine Woche im Basisseminar mit den anderen ETAVIS-Lernenden aus der restlichen Schweiz verbracht. Dort wurden ihnen vor allem theoretische Grundlagen und die Firmenwerte vermittelt.

«Ihr werdet im Alltag vielen falschen Beispielen begegnen», sagt Samuel Bracher, Leiter der Berufsbildung aus der Region Bern, beim Ausbildungsposten zu den Leitern. So dürfen beispielsweise die obersten drei Sprossen nicht betreten werden – und schon gar nicht darf man sich auf die Leiter setzen. «Wir wollen keine Unfälle. Das hat für uns oberste Priorität», unterstrich Bracher.

Samuel Bracher zeigte den Lernenden, wie sie richtig eine Leiter hochgehen. Bild: Isabel Langer

Wie fühlt sich Strom an?

Grosses Gewicht erhielt das Thema Strom. Den jungen Berufsleuten wurden verschiedene Videos zu Unfällen und dem korrekten Verhalten vorgeführt. Ausserdem konnten sie am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, mit Strom in Berührung zu kommen.

Hierfür kam während der Schulung der sogenannte FI-Koffer zur Anwendung. Über einen Metallstab in der Hand und eine Klemme am Arm fliesst schwacher Strom durch den Körper. Zuerst fühlt sich der Arm an, als würde er einschlafen. Je höher die Stromstärke, desto intensiver wird das Kribbeln. Ab etwa 10 Milliampere verkrampfen sich die Muskeln und eine sogenannte Loslassgrenze tritt ein. Sprich: Man kann die Hand nicht mehr selbstständig vom Metallstab lösen.

Kursleiter Andreas Egloff, technischer Sachbearbeiter bei ETAVIS, lud die Lernenden zum Selbsttest ein. Das Ergebnis: viele erstaunte Gesichter. Die Gefahren durch Strom werden offensichtlich unterschätzt. «Jetzt habt ihr einmal gespürt, wie sich Strom anfühlt. Ich hoffe, das wird eure letzte Erfahrung damit sein», sagt Egloff.

Am FI-Koffer konnten die Lernenden einmal selbst spüren, wie sich Strom anfühlt. Bild: Isabel Langer

Unerfahrenheit und Gruppendynamik

«Bei den Lernenden im ersten Lehrjahr kommt es im Verhältnis häufiger zu Unfällen», sagt Patrick Bossard, Ausbildungsleiter von ETAVIS Region Nord. Das liege zum einen an ihrer Unerfahrenheit, zum anderen aber auch an Gruppendynamiken und Selbstüberschätzung. Gerade in sozialen Medien würden Jugendliche immer wieder Videos von riskanten Aktionen oder vermeintlich einfachen Handgriffen zu sehen bekommen.

«Wir machen den Lernenden im Basisseminar klar, dass die Realitäten im Berufsleben nicht vergleichbar sind. Darauf legen wir grossen Wert.»

Die beiden ersten Wochen des Berufslebens bei ETAVIS sollen dazu dienen, dass sich die neuen Lernenden gut in die Gruppe einfügen, sich mit den Regeln vertraut machen und verstehen, weshalb es bei Sicherheitsfragen keinen Spielraum gibt. Erst danach geht es erstmals auf die Baustelle. «Auf diese Weise sind unsere Lernenden bestmöglich vorbereitet, um mit einem guten Gefühl in der Praxis erste Erfahrungen zu sammeln», sagt Bossard.

ETAVIS Kriegel+Schaffner AG

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