Pädophile können Fussballtrainer werden
Baselbieter Sportvereine geben zu, dass der Kontrollmechanismus nicht funktioniert.

Recherchen der «Basellandschaftlichen Zeitung» zeigen, dass regionale Sportvereine neue Trainer oftmals nicht auf eine allfällige pädophile Vergangenheit überprüfen. «Der FC Gelterkinden verlangte bisher keine Strafregisterauszüge bei Juniorentrainern, dafür fehlen uns die Ressourcen», zitiert die Zeitung den Präsident der Juniorenkommission.
2014 nahm das Schweizer Volk die Initiative «Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen» an. Im Januar 2019 wird sie nun mit folgendem Wortlaut in Kraft treten: «Personen, die verurteilt werden, weil sie die sexuelle Unversehrtheit eines Kindes oder einer abhängigen Person beeinträchtigt haben, verlieren endgültig das Recht, eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit mit Minderjährigen oder Abhängigen auszuüben.»
Nur: Wer kontrolliert die Personen im Vorfeld? Während Schulen genügend Mittel zur Verfügung stehen, hapert es bei den Sportvereinen am dafür nötigen Aufwand. «Neben dem Strafregisterauszug müssten ja noch mehr Informationen einverlangt werden, etwa über frühere Anstellungen», so Beat Hess, Vereinspräsident des FC Therwil, zur «Basellandschaftlichen Zeitung».
Obwohl die Pädophilen-Initiative schon bald Gesetz ist, geht der Schweizer Fussballverband von keinen grossen Änderungen der bisherigen Praxis auf. Sie würden die Vereine nicht verpflichten, von jedem Trainer einen Sonderprivatauszug zu verlangen, lässt sich deren Sprecher, Marco von Ah, zitieren. «Lieber wachsam sein, als sich auf ein Papier verlassen, das Urteile auflistet und so gut wie gar nichts darüber aussagt, was mit allfälligen Straftätern ist, die nicht erwischt werden.» (kha)
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