Preisunterschiede bei Grippeimpfungen sorgen für Ärger
Basler Apotheken dürfen seit Sommer Grippeimpfungen stechen. Die verrechneten Kosten schwanken stark. Ärzte schütteln den Kopf.

Die Preise für eine Grippeimpfung gehen in den Basler Apotheken stark auseinander. Das sorgt für Ärger, wie heute die Basler Zeitung berichtet. Die Preisspanne liege gemäss einer Stichprobe zwischen 29 und 43 Franken. Den Basler Apotheken ist es seit diesem Sommer erlaubt, eigenhändig Grippeimpfungen zu stechen.
«Ich habe keine Ahnung, wie die Apotheken ihre Preise begründen. Eigentlich täuscht man so die Patienten», wird in dem Artikel ein Arzt zitiert, welcher jedoch nicht mit Namen in Erscheinung tritt. Auch bei den Medizinern gäbe es Preisabweichungen, grundsätzlich seien sie jedoch an die Tarmed-Taxpunkte gebunden.
Seine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem neuen System drückt Felix Eymann aus. Bei ihm kostet eine Grippeimpfung pauschal 30 Franken, wenn sie nicht im Rahmen einer Konsultation erfolgt. «Ich finde, dass Apotheker selber spritzen, ist eine Frechheit. Wir haben eine lange und schwierige Ausbildung, und sie machen schnell mal einen kurzen Kurs, haben aber eigentlich keine Ahnung», sagt der Präsident der Medizinischen Gesellschaft Basel.
In seiner Praxis habe er schon mehrfach Patienten behandelt, die etwa bei einem Cholesterin-Check falsch beraten worden seien. «Es sind vor allem die grossen Ketten-Apotheken, die aggressiv in unser Terrain eindringen.» Eymann spricht allerdings auch von einem «Burgfrieden», den man mit dem Basler Apotheker-Verband geschlossen habe. Im Vordergrund stünde, dass sich möglichst viele Menschen impfen liessen, egal wo.
Die BaZ hat auch mit Apothekerverbands-Präsidentin Lydia Isler-Christ gesprochen. Diese findet keine Erklärung für die bemerkenswerte Preisschere. Darauf werde allerdings seitens des Verbands nicht Einfluss genommen, weil dies «nicht wettbewerbskonform» wäre. Isler-Christ verrechnet in ihrer Sevogel-Apotheke für eine Grippeimpung 39 Franken. Das sei gerechtfertigt. «Wir müssen den Gesundheitszustand erfassen und elektronisch dokumentieren», hält sie fest. (ck)
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