Handelskammer-Empfang: Alt-Bundesrat als Überraschungsgast
Schneider-Ammann am Neujahrs-Apéro mit 800 Gästen. HKBB-Präsidentin Schneider-Schneiter hielt Plädoyer für Offenheit.
Am Montagabend beim Neujahrsempfang der Basler Regierung hatte Elisabeth Schneider-Schneiter gegenüber Prime News mit verschmitztem Lächeln angekündigt, dass beim traditionellen Apéro der Handelskammer beider Basel (HKBB) am Dienstagabend ein «Überraschungsgast» anwesend sein werde.
Um wen es sich handelt, wollte sie dem sogleich neugierig gewordenen Journalisten nicht verraten, indes verneinte die HKBB-Präsidentin auf Nachfrage, dass ein Bundesrat nach Basel komme.
Als die Katze dann in der UBS-Schalterhalle vor 800 Gästen (ein neuer Rekord) aus dem Sack gelassen wurde, folgte die Bestätigung, mit der Vermutung nicht ganz daneben gelegen zu sein: Nein, kein aktiver Bundesrat, aber ein Neo-Alt-Bundesrat gab sich die Ehre: Johann Schneider-Ammann (FDP), bis vor neun Tagen noch Mitglied der Landesregierung. Der Magistrat im Ruhestand fühlte sich in Basler Gesellschaft sichtlich wohl.
Einverstanden gewesen sein dürfte er auch mit den Worten, die Schneider-Schneiter bei ihrer Rede an das Publikum richtete. Es war ein Plädoyer für Offenheit. «Ich meine, dieses Anliegen ist völlig realistisch und vor allem höchst lohnend», hielt die Baselbieter CVP-Nationalrätin fest. Die regionale, trinationale und internationale Zusammenarbeit, aber auch neue Technologien und der Wandel würden «vermehrt Offenheit» verlangen.
Auch in der Politik, so Schneider-Schneiter, sei Offenheit erforderlich, um Lösungen zu finden. Sie nahm Bezug zu den bevorstehenden Abstimmungen vom 10. Februar 2019: «Die Abstimmungen zur Steuervorlage 17 und zur gemeinsamen Gesundheitsversorgung verlangen Kompromissfähigkeit und Offenheit».
Mit der Steuerreform bestehe jetzt die Chance, Rechtssicherheit für die Unternehmen zu schaffen und mit der gemeinsamen Gesundheitsregion ein «Vorreitermodell für das gesamte Gesundheitswesen der Schweiz« zu werden.
Auch zum Verhältnis Schweiz-EU bezog die Handelskammer-Präsidentin Position. Das Rahmenabkommen sei das Resultat von Bemühungen und Konsens: «Nur mit einem solchen institutionellen Dach halten wir den bilateralen Weg zur EU offen».
Auf der Videoleinwand in Erscheinung trat derweil HKBB-Direktor Martin Dätwyler. In einem kurzen Film berichtete er über das vergangene Jahr und die vielseitigen Aktivitäten des Wirtschaftsverbands. Um die richtigen Impulse zu geben, müsse die Handelskammer nah bei der Region, nah bei den Unternehmen und nah bei der Politik und ihren Mitgliedern sein, so Martin Dätwyler. (ck)
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