SP-Nationalrat Beat Jans zieht Ständeratskandidatur zurück
Als Grund nennt er die drohende Untervertretung der Frauen in der kleinen Kammer. Damit ist der Weg frei für Finanzdirektorin Eva Herzog.

Der Dienstag beginnt mit einer Überraschung: Beat Jans, Nationalrat und Vizepräsident der SP Schweiz, zieht seine Ständeratskandidatur zurück. Dies teilt die Basler SP mit. Jans wolle mit seinem Entscheid den Weg freimachen für eine weibliche Standesvertreterin aus Basel Stadt. Die SP respektiere seinen Entscheid, heisst es im Communiqué.
Mit der heutigen Ankündigung steigen die Chancen von Finanzdirektorin Eva Herzog stark, den Einzug in die kleine Kammer in Bundesbern zu schaffen. Die Regierungsrätin hatte ihr Interesse am Ständeratssitz als Nachfolgerin von Anita Fetz seit geraumer Zeit angemeldet. Allerdings war unklar, ob sie sich bei der parteiinternen Ausmarchung gegen Jans hätte durchsetzen können. Diese Frage hat sich nun erledigt.
«Seit der Bekanntgabe meines Interesses an einer Ständeratskandidatur vor einem Jahr hat die Frage der Frauenvertretung im Ständerat enorm an Bedeutung gewonnen. Inzwischen haben bis auf eine Frau alle bisherigen Ständerätinnen ihren Rücktritt erklärt», wird Jans in der Medienmitteilung der SP zitiert.
Im Ständerat drohe eine dermassen starke Untervertretung der Frauen, «dass ich beschlossen habe, meine Kandidatur zurückzuziehen. Dies, um der SP Basel-Stadt zu ermöglichen, ohne Wenn und Aber eine Frauenkandidatur vorzuschlagen».
Wie die Partei weiter schreibt, stehe aufgrund der neuen Verhältnisse mit Regierungsrätin Eva Herzog «eine profilierte und kompetente Frau als Kandidatin fest». Für die SP sei eine angemessene Vertretung von Frauen im Ständerat «ein zentrales Anliegen.» (ck)
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