12.02.2019 News aus der Region

Bei der Basler Juso kocht der Wahlkampf hoch

Die Jungsozialisten haben sich für ihr Nationalratsfoto an einem ungewöhnlichen Ort ablichten lassen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten der Juso BS für die Nationalratswahlen 2019: Seyran Dilekci, Lucas Wirz, Livia Kläui, Nicolas Eichenberger, Nino Russano (v.l.). Bild: Juso BS

Es ist eine Medienmitteilung, wie sie dieser Tage häufig in die Maileingänge von Lokalredaktionen flattert: Eine Partei gibt bekannt, dass sie ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die nationalen Wahlen im Herbst dieses Jahres gefunden hat.

Auch die Juso Basel-Stadt verschickte gestern Abend eine solche Mitteilung.

Was dem Journalisten ins Auge sticht, ist jedoch nicht der Inhalt des Communiqués, sondern das Foto, das die Jungsozialisten mitgeschickt haben: Darauf sind die fünf Kandidaten für die Nationalratsliste der Juso BS zu sehen (zwei Frauen und drei Männer).

Sie stehen — in einer Zweierreihe angetreten und grinsend — in einer Küche. Ja richtig, eine Küche. Im Hintergrund links sieht man einen Gasherd, rechts einen Boiler und in der Mitte ein Regal mit Chromstahl-Geschirr.

Sieht aus wie eine Zivilschutzküche. Oder ein Klubhäuschen. Oder ein Militärbunker (wobei sich die Jusos wahrscheinlich eher nicht dort aufhalten würden). Auch ein Restaurant käme in Frage (das Hirschi vielleicht?).

Es stellt sich die Frage, wieso sich das Nachwuchskader der SP in einer Küche ablichten lässt. Kandidatenfotos sind Wahlkampf, sind Politpropaganda. Was also wollen uns die Jusos hiermit sagen?

Ein Blick ins Wahlkampfprogramm gibt vielleicht Aufschluss: Die Basler Jungsozialisten haben sich auf die Kernthemen «Verteilungsgerechtigkeit», «Feminismus», «Klimawandel» und «Migration» festgelegt.

Das gibt Anlass zu Spekulationen. Wir probieren es mal:

  • Verteilungsgerechtigkeit: Die Jusos fordern, dass alle gleich viel vom Kuchen abbekommen, den andere zuvor gebacken haben (das Backpulver heisst «Kapitalismus» und kommt gemäss einschlägiger linker Ansicht ohnehin aus Teufels Küche).
  • Feminismus: Die Juso zeigt, dass nicht nur Frauen in die Küche gehören, sondern auch Männer.
  • Klimawandel: Um kein Gas zu verbrauchen, braten die Jusos das Kapitalistenschwein (äh, Spanferkel) lieber über dem offenen Feuer. So jedenfalls interpretieren wir die Tatsache, dass keine Pfanne auf dem Gasherd steht. 
  • Migration: Die Jusos kochen mit Zutaten aus aller Welt — ausser mit brauner Sauce.

Jetzt können wir nur noch hoffen, dass ihnen die Wählerinnen und Wähler im Herbst nicht die Suppe versalzen. (ost)

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