22.03.2019 News aus der Region

Kind erstochen: Täterin wahrscheinlich psychisch krank

Gemäss Staatsanwaltschaft bestehen Zweifel an der Schuldfähigkeit der 75-jährigen Beschuldigten.

Blumen, Karten und Kerzen. Am Tatort gleich neben dem Gotthelfschulhaus ist eine Trauerstätte für den verstorbenen Schüler entstanden. Bild: Katrin Hauser

Die Rentnerin, die am Donnerstag einen siebenjährigen Jungen am St. Galler-Ring tötete, ist wahrscheinlich psychisch krank. Dies geht aus folgendem Satz der Medienmitteilung hervor, welche die Basler Staatsanwaltschaft am Freitag verschickte: «Aufgrund der ersten Erkenntnisse bestehen Zweifel an der Schuldfähigkeit der Beschuldigten. Sie wird deshalb psychiatrisch begutachtet.»

Gemäss Angaben der Basler Polizei machte sich der siebenjährige Mergim am Donnerstag um 12.30 Uhr auf den Nachhauseweg am St. Galler-Ring. Nur wenige Meter vom Gotthelfschulhaus entfernt attackierte ihn die Rentnerin mit einem Messer. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die Frau dem Jungen eine schwere Stichverletzung am Hals zugefügt hatte.

Nach der Tat entfernte sich die Rentnerin in Richtung Schützenmattpark und teilte mittels SMS mehreren Personen und Institutionen mit, dass sie ein Kind niedergestochen habe. Anschliessend stellte sie sich der Staatsanwaltschaft, die nun Untersuchungshaft beantragen wird.

Das Motiv der 75-Jährigen bleibt unklar. Laut Staatsanwaltschaft kannte sie weder das Kind noch dessen Familie, welche aus dem Kosovo stammt.

Mutter des verstorbenen Jungen äussert sich

Eine zwischenzeitlich eingesetzte Sonderkommission konnte nun auch den weiteren Verlauf des tragischen Vorfalls klären: Offenbar fand eine Passantin das auf dem Trottoir liegende Kind und eilte sofort zu Hilfe. «Weitere Passantinnen und die zufällig vorbeifahrende Lehrerin des siebenjährigen Schülers versuchten bis zum Eintreffen der Rettungsdienste zu helfen.»

Nach einer ersten Betreuung und Reanimation durch Notarzt und Sanität wurde der Junge in die Notfallstation des Universitäts-Kinderspitals eingewiesen und notoperiert. Wenig später erlag er seinen schweren Verletzungen.

Der «Blick» konnte mittlerweile mit der Mutter des verstorbenen Jungen sprechen: «Es geht uns ganz schlecht. Wir können nicht glauben, was passiert ist. Unser Junge ist weg! Die schönste Blume hat sie mir genommen», sagte sie gegenüber der Zeitung. (kh)

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