Staatsangestellte sollen vier Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten
Grosser Rat spricht sich mit deutlicher Mehrheit für das Anliegen der Grünen-Politikerin Lea Steinle aus.

Geht es nach dem Basler Kantonsparlament, sollen die Staatsangestellten künftig vier statt zwei Wochen Vaterschaftsurlaub beziehen können. Die entsprechende Motion, welche die grüne Grossrätin Lea Steinle eingereicht hatte, fand am Mittwoch im Rat mit 55 zu 37 Stimmen (bei einer Enthaltung) eine deutliche Mehrheit.
Motionärin Steinle hatte in ihrer Rede betont, dass die Schweiz in Sachen Vaterschaftsurlaub unter allen OECD-Ländern das Schlusslicht bilde. «Frankreich, Dänemark, Island und viele andere Länder haben viel grosszügigere Regelungen als wir», hielt die Politikerin und Mutter fest.
Als Beleg, wie sehr das Thema den Menschen unter den Nägeln brenne, zitierte Steinle eine tagesaktuelle Umfrage von bazonline.ch, bei der sich 74 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine längere Papi-Auszeit ausgesprochen hätten.
Die grüne Exponentin gab mit Verweis auf Studien an, dass die Erhöhung kurzfristig zwar etwas koste, längerfristig aber positive Auswirkungen zeigen werde. «Die Vater-Sohn-Beziehung wird gestärkt. Und es wird ein Beitrag zur Gleichstellung geleistet», so Steinle.
Zudem steige die psychische wie physische Gesundheit der Frauen, wenn der Mann zuhause mehr mithelfe und nach der schweren Geburt zur Seite stehe.
Vor der Abstimmung im Grossen Rat hatte der Regierungsrat seine positive Grundhaltung gegenüber dem Anliegen geäussert. Nach Überweisung der Motion wird er nun eine Stellungnahme ausarbeiten.
In einem Interview mit Prime News hatte sich bereits GLP-Präsidentin Katja Christ dezidiert für die Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs auf vier Wochen ausgesprochen. (ck)
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