Thomas Kessler macht «keine halben Sachen» – oder etwa doch?
Der Nationalratskandidat der Basler FDP kämpft mit demselben Wahlslogan wie einst Peter Malama um die Gunst des Stimmvolks.
Sich derzeit mit dem Basler Ex-Stadtentwickler und FDP-Nationalratskandidaten Thomas Kessler zu unterhalten, kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.
Der Mann, der das Wahlvolk gerne in seinem Herrschaftshaus zur Grillparty einlädt, spricht in den letzten Wochen beständig von «Wasserstoff» als Antriebstechnologie der Zukunft – respektive der Gegenwart. Das haben die Schweizer, so Kessler, aber leider noch nicht mitbekommen.
Ich habe unlängst eine Moderation mit Kessler leiten dürfen – «Wasserstoff», «Wasserstoff», «Wasserstoff» – und bin froh, im wohlverdienten Schlaf nicht von einem Wasserstoff-Traum heimgesucht worden zu sein.
Meine Worte sind nicht als Kritik zu verstehen, im Gegenteil, Kessler nimmt den Wahlkampf eben ernst. Er bemüht sich darum, Themen zu setzen – «Wasserstoff» – und ist damit der einzige Nationalratsanwärter in Basel, der mit einer erkennbaren, auch schlauen Strategie bereits jetzt um die Stimmen der Bevölkerung buhlt.
Kessler macht eben keine halben Sachen.
«Keine halben Sachen» – es ist der Slogan, den der Ex-Grüne und jetzt Freisinnige unlängst als Überschrift auf einem Wahlflyer abdruckte. Auftritt und Design wirken durchdacht und originell. Doch sind sie auch original?
Aus der Basler Kommunikationswelt wurde Prime News zugeflüstert, dass sich hier ein schlauer Fuchs ganz offensichtlich an Altbewährtem bedient. So lautete die Wahlkampagne des verstorbenen Basler Gewerbedirektors und FDP-Nationalrats Peter Malama im Jahr 2011: «Keine halben Sachen».
Dazu schreibt ein Branchenkenner der Redaktion: «Ob sich Kessler vom damaligen Slogan hat inspirieren lassen, bleibt offen; es gilt die Unschuldsvermutung. Allerdings hätte man Verständnis, wenn Thomas K. der Verlockung eines Kupfers unter dem Motto ‹Gut geklaut ist halb gewonnen› erlegen wäre.»
Immerhin habe Malama, so die gutinformierte Persönlichkeit weiter, mit eben diesem Slogan nicht nur «halb gewonnen», sondern den Sitz glanzvoll, das heisst mit glatten 10'000 Stimmen Vorsprung auf seinen späteren Nachrückenden Daniel Stolz verteidigt.
Hat sich Kessler also «inspirieren» lassen, um es einmal so zu formulieren? Der Nationalratskandidat dankt auf Anfrage für den «interessanten Hinweis». Und bestreitet dezidiert einen Zusammenhang.
An den hochgeschätzten Peter Malama selig oder andere, die diese Redensart schon einmal nutzten, hätten bei der Flyergestaltung «weder die Agentur noch ich dabei gedacht», hält er fest.
Sein Wahlslogan sei ein anderer, verteidigt sich Kessler. Dieser laute: «Weltoffen, progressiv, intakt.»
Irgendwie fehlt da noch was. Ach ja: Wasserstoff. (ck)
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