Bus soll Zugverbindung von Basel nach Luzern ersetzen
Wegen Bauarbeiten hat die SBB Züge ab Basel gestrichen. Nun soll ein Bus aushelfen – der hiesigen Politik passt's nicht.

Die SBB haben kürzlich bekannt gegeben, dass sie während den Sommerferien Schnellverbindungen von Basel nach Luzern und ins Tessin streichen will. Grund seien Bauarbeiten zwischen Sursee und Sempach-Neuenkirch.
Basler Politikern gefiel dieser Entscheid überhaupt nicht, und das Grüne Bündnis veröffentlichte kurzerhand eine Resolution gegen das Vorhaben (Prime News berichtete).
Darin wurde gefordert, dass die Zugausfälle rückgängig gemacht werden. Die Resolution wurde anschliessend vom Grossen Rat angenommen. Am Freitagmorgen veröffentlichte die SBB nun ihre Entscheidung in der Angelegenheit:
Die SBB nehme die Reaktionen der Kunden und des Kantons Basel-Stadt ernst, heisst es in der Medienmitteilung. Aus diesem Grund sei das Konzept noch einmal überprüft worden.
Nun sind die SBB zum Entschluss gekommen, eine Busverbindung von Basel nach Luzern anzubieten. Ein Bus soll vom 13. Juli bis 18. August jeweils samstags und sonntags um 7.30 Uhr ab Basel SBB nach Luzern fahren. Dafür benötigt er rund eineinhalb Stunden – 30 Minuten länger als der Zug.
«Die Busverbindung sichert so zur touristischen Hauptverkehrszeit die wichtigsten Anschlüsse für Ausflügler in Luzern. Der Online-Fahrplan wird entsprechend angepasst», schreiben die SBB.
Zusätzliche Züge fahren zu lassen, wie es das Basler Parlament will, sei hingegen nicht möglich. Dies hätte «einschneidende Auswirkungen» auf den Regionalverkehr zur Folge. Umleitungen via Fricktal / Freiamt seien wegen den dortigen «Kapazitätsengpässen» ebenfalls nicht möglich.
Wie zu erwarten war, liess die Reaktion der Basler Politik nicht lange auf sich warten. Kurz nach Mittag liess BastA!-Grossrat Beat Leuthardt seinem Ärger Luft. In einer E-Mail an die Medienschaffenden schreibt er:
«Die SBB teilen als Antwort auf unsere Resolution offenbar heute mit, dass nur an gewissen Tagen und nur eine einzige Direktverbindung nach Luzern zusätzlich eingesetzt werden könne, und dass es sich dabei erst noch um eine langsame Bahnersatz-Busverbindung handle.»
Mit diesem Entscheid habe die SBB ihr «Fahrgast-unfreundliches» Vorgehen bestätigt.
«Die Kritik am Umgang von SBB-Infrastruktur mit uns Passagieren sowie mit der Umwelt bleibt unter solchen Umständen voll und ganz bestehen», hält der Grossrat und BVB-Tramchauffeur fest.
Zu den Zügen ins Tessin nimmt die SBB in ihrer Medienmitteilung keine weitere Stellung. (as)
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