In den beiden Basel wohnen besonders viele Wohlhabende
Eine Statistik zur Einkommensverteilung zeigt auf, wo die gut Betuchten wohnen. Obenauf schwingt ausgerechnet Nusshof BL.

Die Schweiz ist ein reiches Land, die Löhne sind so hoch wie fast nirgendwo in der Welt. Doch die Verteilung der Einkommen in den Regionen ist sehr unterschiedlich. Als Faustregel gilt: Wohlhabende Wirtschaftszentren, vergleichsweise «arme» Peripherie.
Das Onlinemagazin «Republik» hat nun gestützt auf Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eine interaktive Karte erstellt, auf der ersichtlich ist, wie hoch der jeweilige Anteil an Gutverdienenden in den einzelnen Gemeinden ist.
Die Resultate bestätigen die Faustregel: In den Gemeinden um Zürich, Basel und Genf wohnen besonders viele Menschen mit hohen Einkommen, in den ländlichen Regionen hingegen weniger. Mehr noch: In letzteren ist der Anteil an Personen mit besonders niedrigen Einkommen siginifikant höher.
Zu den «armen» Gegenden gehören demnach vor allem die Kantone Wallis, Jura, Tessin sowie das südliche Graubünden. Dort verdienen vergleichsweise viele Menschen weniger als 30'000 Franken im Jahr.
Als reich gilt, wer netto mehr als 75'000 Franken verdient
Die Mittelschicht wohnt, wie könnte es anders ein, im Mittelland. Im Agglo-Gürtel zwischen den Grossstädten Basel, Bern und Zürich, also etwa in den Kantonen Solothurn und Aargau, bewegen sich die Reineinkommen zwischen 30'000 und 75'000 Franken pro Person und Jahr.
Und die Reichen, die wohnen eben im Speckgürtel um die leistungsstarken Wirtschaftszentren, vor allem Zürich und Basel. Die «Republik» setzt diese Oberschichtsgrenze bei 75'000 Franken pro Jahr an, gesteht allerdings ein, dass diese etwas gar niedrig ist. Die Daten der ESTV hätten allerdings keine andere Aufschlüsselung zugelassen.
Gemäss diesem Modell gehören 45 Prozent der Schweizer Steuerzahler zu den Wohlhabenden, 40 Prozent zur Mittelschicht und 15 Prozent zu den Wenigverdienenden.
Auffällig ist, dass die «Reichen» in der Region Basel eher auf dem Land zu finden sind. In der schweizweiten Top Ten der Gemeinden mit dem höchsten Anteil an Gutverdienenden finden sich etwa Biel-Benken, Pfeffingen oder Bettingen. Sogar das kleine Nusshof im Oberbaselbiet hat es in das Ranking geschafft.
In der 265-Seelen-Gemeinde verdient fast zwei Drittel der Einwohner mehr als 75'000 Franken — ein schweizweiter Spitzenwert.
In den Top Ten-Gemeinden ist auch das Durchschnittseinkommen sehr hoch, es liegt typischerweise bei über 100'000 Franken.
Allerdings wurden beim Regionenvergleich die Preisunterschiede nicht in Betracht gezogen. So macht es einen Unterschied, ob jemand in Zürich oder im Wallis lebt — die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich teilweise markant.
Insofern bedeuten die höheren Löhne in den Wirtschaftszentren nicht zwangsläufig eine höhere Kaufkraft — man verdient zwar mehr, gibt aber für dieselben Waren und Dienstleistungen auch mehr aus. (ost)
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