04.08.2019 News aus der Region

Kinderspital beider Basel warnt: «So können wir nicht überleben»

Gemeinsam mit anderen Kinderspitälern schlägt das UKBB Alarm: Die derzeitige Tarifstruktur führe zu hohen Verlusten.

Bild: Kinderspital beider Basel (UKBB)

Das Kinderspital beider Basel (UKBB) schlägt gemeinsam mit anderen Institutionen Alarm: Alleine 2018 habe sich das Defizit im ambulanten Bereich im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent erhöht. «Die Kindermedizin ist akut bedroht», erklärt Agnes Genewein in der heutigen Ausgabe des «Sonntagsblick».

Genewein ist als Neonatologin am UKBB für Neu- und Frühgeborene zuständig. Gleichzeitig amtet sie als Geschäftsführerin der Allianz Kinderspitäler der Schweiz (AllKidS). In dieser Vereinigung haben sich die drei eigenständigen Kinderspitäler aus Basel, Bern und St. Gallen zusammengeschlossen.

Wie die Ärztin im «Sonntagsblick» erklärt, sei eine per 1. Januar 2018 in Kraft getretene Reduktion beim Ärztetarif «Tarmed» für die finanzielle Schieflage verantwortlich. Die Kosteneinsparungen im ambulanten Bereich, die sich der zuständige Bundesrat Alain Berset (SP) erhoffe, treffe die Kindermedizin hart. 

Die Zeit, die pro Behandlung zur Verfügung steht, macht keinen Unterschied, ob es sich beim Patienten um ein Kind oder einen Erwachsenen handelt. «Kindermedizin ist viel aufwendiger und zeitintensiver als Erwachsenenmedizin», erläutert Genewein das Grundproblem.

Obwohl beispielsweise eine Röntgenuntersuchung bei einem Kind in aller Regel länger dauert als bei einem Erwachsenen, wird sie gleich entschädigt. Dieses Missverhältnis benennt Genewein als Ursache für die roten Zahlen.

Bislang haben jeweils Stiftungen und die Kantone das dicke Minus der Kinderspitäler ausgebügelt. Wenn die Defizite jedoch jedes Jahr steigen, könnte es mit dieser Bereitschaft bald vorbei sein.

Gemäss «Sonntagsblick» sieht Bersets Bundesamt für Gesundheit mit Verweis auf eine neue Tarmed-Revision allerdings keinen Handlungsbedarf. Doch der neue Tarmed wird frühestens 2021 umgesetzt – und ob darin die Kinderspitäler wegkommen, ist offen.

Agnes Genewein warnt im Artikel unmissverständlich deutlich: «Ohne Änderung der Tarifstrukturen können die AllKidS-Kinderspitäler nicht überleben.» (red.) 

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