05.10.2019 News aus der Region

Rennen völlig offen: Wahlkrimi um Baselbieter Ständerats­sitz

Gemäss einer repräsentativen Umfrage liegt Daniela Schneeberger (FDP) leicht vor Maya Graf (Grüne) und Eric Nussbaumer (SP).

Alle haben intakte Chancen: Eric Nussbaumer, Daniela Schneeberger, Maya Graf (l.). Bild: Prime News

Eine Umfrage der Forschungsstelle Sotomo, welche die «Schweiz am Wochenende» in Auftrag gegeben hat, fördert zwei Wochen vor den Wahlen bemerkenswerte Ergebnisse zutage.

So zeichnet sich ab, dass es im Baselbiet zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Ausmarchung um den einzigen Ständeratssitz kommt. Und: SP-Kandidat Eric Nussbaumer, wegen des Nicht-Frauen-Status bereits abgeschrieben, erzielt ein überraschend gutes Resultat.

Gemäss der Sotomo-Studie liegt Daniela Schneeberger (37,1% / FDP) vor Maya Graf (29,5% / Grüne) und Eric Nussbaumer (27,8% / SP). Chancenlos ist wie erwartet Elisabeth Augstburger (5,6% / EVP). Weil niemand das absolute Mehr erreichen wird, fällt die Entscheidung erst im zweiten Wahlgang.

Dann dürfte laut Sotomo-Politwissenschaftler Bruno Rüegg FDP-Exponentin Daniela Schneeberger jedoch ins Hintertreffen geraten. Die Analyse der Umfrage lege nämlich offen, dass sie zwar in den eigenen Reihen und jenen der SVP starke Unterstützung finde, bei linken Wählern aber auf keinen und in der Mitte bloss auf verhaltenen Zuspruch stosse.

Um Ständerätin zu werden, müsse Schneeberger gerade im Mitte-Lager stärker mobilisieren können. «Wenn sich vor dem zweiten Wahlgang das rot-grüne Lager auf einen Kandidierenden einigen kann, dann würde dieser wohl gewinnen», prophezeit Rüegg gegenüber der «Schweiz am Wochenende».

Auf der linken Seite wird vieles davon abhängen, wer im ersten Wahlgang das bessere Resultat erzielt – und ob sich SP und Grüne danach zusammenraufen können, um sich auf Maya Graf oder Eric Nussbaumer zu einigen.

SP-Präsident Adil Koller kündigt in der «Schweiz am Wochenende» an: «Erzielt Eric Nussbaumer im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Maya Graf, so werden wir im zweiten Wahlgang gegen Daniela Schneeberger antreten.»

Werden das die Grünen akzeptieren? Präsident Bàlint Csontos will sich nicht festlegen und den Entscheid vom allgemeinen Ausgang der eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober abhängig machen. Sollten erneut wieder nur wenige Frauen in den Ständerat gewählt werden, «dann hat Maya Graf das entscheidende Argument für den zweiten Wahlgang auf ihrer Seite». (ck)

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