Die Universität Basel begeht ihren 559. Geburtstag
Die Hochschule feierte sich am Dies Academicus selber. Der Schriftsteller Alex Capus erhielt den Alumni-Preis.

Die 1460 gegründete Universität Basel feierte heute Freitag ihren 559. Geburtstag. Der sogenannte «Dies Academicus» ist der höchste Feiertag im Jahreskalender der Hochschule am Rheinknie.
Wie jedes Jahr versammelten sich Würdenträger aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in der Martinskirche, um die Alma Mater Basiliensis zu feiern.
Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki eröffnete die Festivitäten mit der traditionellen Rektoren-Rede. Die ausgebildete Ökonomin widmete sich heuer dem Thema Fake News. Nicht nur Journalisten hätten mit diesem Problem zu kämpfen, sondern auch Wissenschaftler, so Schenker-Wicki. Doch das sei kein neues Phänomen: «Fake News gab es in der Menschheitsgeschichte schon immer», so die Rektorin.
Sie erwähnte etwa die Behauptung der Amerikaner vom Anfang des Jahrtausends, Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen – eine Unterstellung, die sich schliesslich als falsch erweisen sollte, die aber dennoch einen Krieg rechtfertigte, dessen Folgen die Region bis heute heimsuchen.
Neu sei allerdings die Häufigkeit, mit der Fake News aufträten, und die Geschwindigkeit, mit der sie sich in den sozialen Medien verbreiteten, so Schenker-Wicki.
Das Problem ortete die Uni-Rektorin derweil in der Informationsfülle der modernen Welt. «Die massenhafte Verfügbarkeit von Informationen hat nicht dazu geführt, dass die Menschen informierter sind, im Gegenteil». Vielmehr würde die komplexer gewordenene Welt Raum für Desinformation schaffen.
Fake News und die Wissenschaft
Die Wirkung von Fake News sei allerdings beschränkt, so die Rektorin. Studien hätten gezeigt, dass der Impact von bewusst gestreuten Falschinformationen geringer sei, als man dies in der Öffentlichkeit gemeinhin annehme. So gäbe es entgegen vieler Behauptungen bis heute keinen Beleg dafür, dass Fake News den amerikanischen Wahlkampf von 2016 entscheidend beeinflusst hätten.
Dennoch appellierte Schenker-Wicki an die Wissenschaft, die sich Falschmeldungen entschieden entgegenstellen müsse. Dabei gab sich die Akademikerin durchaus selbstkritisch: «Viele Menschen haben das Vertrauen in die Wissenschaft verloren. Es ist unsere Aufgabe, dieses Vertrauen wieder herzustellen».
Die Uni und ihre Angehörigen müssten den Menschen besser erkären, was sie täten und warum. «Wir müssen die Debatte um Wahrheit und Fälschung in die Gesellschaft tragen», so Schenker Wicki. Man dürfe sich als Wissenschaftler nicht im Elfenbeinturm verstecken.
Nach der Rede verliehen die Fakultäten Ehrenpromotionen. Zu den Ausgezeichneten gehörten dieses Jahr unter anderem der Reinacher Unternehmer Klaus Endress, der von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zum «Doktor honoris causa» ernannt wurde.
Der Oltener Schriftsteller Alex Capus erhielt indes den Alumni-Preis der Uni Basel. Capus, der zu den bekanntesten Schweizer Schriftstellern der Gegenwart gehört, hat in Basel Philosophie und Geschichte studiert.
«Alex Capus hat den Ruhm der Universität Basel über die Landesgrenzen hinaus geehrt. Dafür danken wir ihm», sagte Roland Bühlmann, Präsident der Alumni-Vereinigung, bei der Preisverleihung.
Nach dem Festakt in der Martinskirche gingen die geladenen Gäste zum Bankett im Foyer des Theater Basel über. Dort wurden im Verlaufe des Nachmittags halb-ernste Reden gehalten, geschmaust und angestossen — auf die Alma Mater Basiliensis, auf dass sie noch weitere 500 Jahre florieren möge. (ost)
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