Nach Überfällen: Bargeld an einzelnen Schaltern abgeschafft
Nach drei Raubüberfällen greift die Basellandschaftliche Kantonalbank durch – die Kunden sind darüber nicht erfreut.
Gleich dreimal innert wenigen Monaten wurden Filialen der Basellandschaftlichen Kantonalbank überfallen. Jene in Oberdorf wurde gleich zweimal vom selben Täter heimgesucht, er konnte in der Zwischenzeit gefasst werden. Der Räuber bei der Filiale in Breitenbach ist immer noch flüchtig.
Nach den mehrfachen Überfällen greift die BLKB jetzt durch – mit umstrittenen Massnahmen. Ab dem 15. November soll in mehreren Filialen kein Bargeldbezug am Schalter mehr möglich sein. Dies berichtet 20 Minuten am Montagmorgen. Öffentlich hat die Bank die Massnahmen nicht kommuniziert, die Kunden wurden jedoch brieflich aufgeklärt.
Betroffen sind die Filialen in Ettingen und Breitenbach, dies sei «im Rahmen der gestaffelten Renovation aller Filialen ohnehin geplant gewesen», heisst es in der Zeitung. Um doch Bargeldtransaktionen am Schalter durchführen zu können, müssen die Kunden nun nach Therwil, Binningen oder Liestal ausweichen. An den Bankautmoaten ist der Bezug von Bargeld weiterhin möglich.
Viele Leser zeigen sich in der Kommentarspalte erzürnt. Einerseits wird kritisiert, dass aufgrund weniger Krimineller alle bestraft würden, andererseits fürchtet man den Beginn einer «bargeldlosen Welt».
Ein User schreibt: «Das ist die Kapitulation der Gesellschaft vor den Kriminellen wie in Deutschland & Beginn des Abschieds vom Rechtsstaat. Dazu ein weiterer Vorwand zur Abschaffung des Bargeldes. So sehe ich das.»
Ein anderer pflichtet bei: «Ausrede, die Gesellschaft ohne Bargeld wird stufenweise eingeführt. Das ergibt die totale Überwachung.»
Andere sehen die Sache etwas gelassener und beschwichtigen: «Für alle die das Bargeld in Gefahr sehen: lest den Text mal richtig. Da steht was von Schaltern. Wer von den Abschaffungsfanatiker ist das letzte mal am Schalter abholen gegangen? Das Thema sind nicht die Automaten. Die hats ja immer noch.»
Die Baselbieter Kantonalbank hat bis anhin noch weitere Massnahmen getroffen. So seien die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. An sämtliche Standorten sei nun während den Öffnungszeiten Sicherheitspersonal im Einsatz, heisst es in dem Schreiben an die Kunden.
Auch «bauliche Massnahmen» sollen getroffen werden, sagt BLKB-Sprecherin Monika Dunant gegenüber 20 Minuten.
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