13.01.2020 News aus der Region

Baselbieter Finanz­direktion rechnet mit mehr Fällen von Steuer­hinterziehung

2019 sank die Zahl der straflosen Selbst­anzeigen markant. Der neue Automatische Informations­austausch deckt jedoch unver­steuerte Ver­mögen auf.

2019 haben im Kanton Baselland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger Personen eine straflose Selbstanzeige gemacht und damit unversteuertes Vermögen nachträglich deklariert.

Wie die Finanz- und Kirchendirektion am Montag mitteilt, hätten noch 463 Steuerpflichtige von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich einmal im Leben «straflos» selber anzuzeigen. Die Nachsteuererträge belaufen sich für den Kanton auf rund 5,2 Millionen Franken und für den Bund auf rund 1,2 Millionen Franken.

Insgesamt wurden 2019 bisher nicht versteuerte Vermögen von 52,2 Millionen Franken offengelegt. Davon macht mit 22,8 Millionen Franken ein einzelner Fall fast die Hälfte des Gesamtbetrages aus. Bei den Vermögenswerten handelt es sich laut Finanz- und Kirchendirektion hauptsächlich um Bankkonten, Wert-schriftendepots, Stiftungsvermögen und vielfach ausländische Liegenschaften.

In den Jahren 2015 bis 2018 lag die Zahl der Selbstanzeigen jeweils deutlich höher (2018: 1'154 Personen). Als Grund für den Rückgang vermuten die Behörden die Einführung des Automatischen Informationsaustausches (AIA).

Das neue internationale Verfahren dürfte dazu führen, dass in den nächsten Jahren vermehrt Fälle von Steuerhinterziehung aufgedeckt werden könnten. So erhielt die Baselbieter Steuerverwaltung 2019 aufgrund des AIA erstmals von diversen Staaten Meldungen zu Kontostand, Zinsertrag und Dividenden.

Von den rund 63'000 eingegangenen Meldungen seien etwa 13'000 nach verschiedenen Kriterien ausgewählt worden und würden nun geprüft. «Bislang wurde bei 415 Fällen festgestellt, dass die Finanzkonten im Ausland in der Steuererklärung vermutlich nicht ordentlich deklariert sind», heisst es in der Mitteilung an die Medien. (red.) 

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