Der Bundesrat beschliesst den Lockdown
Die Regierung ordnet die komplette Schliessung sämtlicher Geschäfte an. Nur Lebensmittelläden und Apotheken bleiben offen.

Die Pressekonferenz des Bundesrates Live:
Es ist ein Tag für die Geschichtsbücher: Der Bundesrat hat heute Montag im Kampf gegen das Coronavirus alle Register gezogen und die «ausserordentliche Lage» ausgerufen.
Er ordnete die Schliessung sämtlicher Geschäfte an, die nicht der Grundversorgung dienen, wie beispielsweise Lebensmittelläden oder Apotheken.
Dies hat die Landesregierung am späten Montagnachmittag in Bern bekannt gegeben. Der Bund reagiert damit auf die steigenden Fallzahlen in der Schweiz.
Gemäss Bundesamt für Statistik (BAG) gibt es hierzulande Stand heute Montag, 12 Uhr, 2'330 Fälle von Infizierten. 14 Menschen sind in der Schweiz bislang an den Folgen des Virus gestorben.
Konkret müssen unter anderem folgende Geschäfte geschlossen bleiben:
- Läden, Restaurants, Bars, Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzerthäuser, Sportzentren, Schwimmbäder, Skigebiete, Coiffeure, Kosmetikstudios, Botanische Gärten und Tierpärke.
Offen bleiben dürfen Geschäfte, die der Grundversorgung dienen, unter anderem:
- Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, die öffentliche Verwaltung, soziale Einrichtungen, Spitäler, Kliniken und Arztpraxen.
Zudem werden sämtliche öffentlichen und privaten Veranstaltungen untersagt. Die Regelung gilt ab Mitternacht bis mindestens zum 19. April.
«Bevölkerung muss sich an Massnahmen halten»
Der Bundesrat begründete die weitreichenden Massnahmen damit, dass man nun alles daran setzen müsse, die Ansteckungskurve abzuflachen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga appellierte an die Bevölkerung: «Wir müssen die Verbreitung des Virus verlangsamen. Dafür brauchen wir die Bevölkerung, die sich an die Massnahmen hält».
Und Innenminister Alain Berset ergänzte: «Wir rufen die Schweizerinnen und Schweizer dazu auf, die Regeln einzuhalten». Der Bundesrat zähle auf die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen. Es gehe auch um die Solidarität mit älteren und kranken Menschen.
«Das Leben in der Schweiz wird weitergehen, einfach langsamer», sagte Berset. Man müsse jetzt ruhig und konzentriert bleiben und schauen, wie sich die Situation entwickle.
Berset betonte, dass die wirtschaftliche Landesversorgung der Schweiz trotz des Lockdown gesichert sei: «Die Versorgung funktioniert», so der Innenminister.
Neben der Schliessung der meisten Geschäfte hat der Bundesrat auch eine Reihe weiterer Massnahmen angeordnet: So werden die Grenzen zu sämtlichen Nachbarstaaten systematisch kontrolliert. Einreisen darf nur noch, wer entweder Schweizer Staastbürger ist, über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt oder in der Schweiz arbeitet.
Auch der Transit- und der Warenverkehr würden weiterhin die Grenzen passieren können, sagte Justizministerin Karin Keller-Suter an der Pressekonferenz in Bern.
Der Bundesrat bewilligte aussdem den Einsatz von bis zu 8'000 Armeeangehörigen, um die zivilien Behörden und Institutionen zu unterstützen, etwa im Spitalbereich. (ost)
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