Trotz Lockdown: Mehr Gewalt und Betrugsdelikte in Basel
Kriminalstatistik zeigt: Im ersten Halbjahr 2020 gab es weniger Tötungsdelikte, aber deutlich mehr Tätlichkeiten und Betrugsfälle – auch wegen den Corona-Hilfszahlungen.

Heute Montag publizierte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung für das Halbjahr 2020. Die Daten zeigen: Die Tötungsdelikte gingen zurück, Betrugsfälle und vorsätzliche Körperverletzungen nahmen hingegen zu.
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 liest sich die Statistik wie folgt:
- Tötungsdelikte: -50%
- Vorsätzliche Körperverletzung/Tätlichkeit: +8%
- Einbruch- und Einschleichdiebstahl: -8%
- Taschendiebstahl: -55%
- Raub / Entreissdiebstahl: +31%
- Schabeschädigung: -10%
- Vergewaltigung: -20%
- Betrug: +43%
- Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte: +20%
Bemerkenswert: Obwohl im März und April 2020 das öffentliche Leben aufgrund des Corona-Lockdowns stillstand und die Grenzen geschlossen waren, haben die Raubüberfälle und die Körperverletzungen massiv zugenommen.
«Die leichte Zunahme bei den Körperverletzungen und Tätlichkeiten könnte mit der ebenfalls festgestellten Zunahme bei den Anzeigen wegen häuslicher Gewalt zusammenhängen», erklärt die Staatsanwaltschaft in der Medienmitteilung den Lockdown-Effekt auf die Gewaltbereitschaft.
Die Zunahme bei den Betrugsfällen lässt sich derweil teilweise auf Covid-19-Hilfszahlungen zurückführen. Peter Gill, Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage von Prime News, dass es derzeit kantonal zwei Dutzend Verdachtsfälle auf Covid-Betrug gibt. Die Schadenssumme beziffert Gill auf rund fünf Millionen Schweizer Franken. (lt/as)
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