Kulturstadt Jetzt geht mit politischer Vielfalt in den Wahlkampf
Überparteiliches Komitee empfiehlt 17 Grossrats-Kandidierende von SP bis FDP zur Wahl. Am Samstag luden sie zu Speis und Trank auf dem Floss ein.

Am Samstag war etwas los in der Stadt, das es schon länger nicht mehr gab in Basel: Gleich zwei kulturelle Veranstaltungen fanden zeitgleich statt. Einerseits die Listening Session auf dem Marktplatz, andererseits das Konzert auf dem Floss.
Das überparteiliche Komitee «Kulturstadt Jetzt» nutzte dies zum Anlass für den Wahlkampfautakt zu den Gesamterneuerungs-Wahlen im Oktober.
Seit nunmehr 18 Jahren setzt sich die Lobby für die Kultur- und Eventbranche in Basel ein. Dieses Jahr ist das Komitee breiter aufgestellt denn je: Insgesamt 17 Grossrats-Kandidierende aus fünf Parteien von SP bis FDP treten auf einer Wahlempfehlungs-Liste an (hier geht es zur Namensliste).
Anlässlich des Wahlkampfautakts lud Kulturstadt Jetzt zum gemütlichen Abend bei Speis und Trank auf das Floss ein, während die Basler Band «The Psychonautics» ihre Rockabilly Songs zum besten gab.
Die 17 Grossrats-Kandidierenden der Basler Kulturlobby teilten den VIP-Bereich mit einer Fraktion von Ueli Bier. Anita Treml Nidecker, Geschäftsleiterin von Ueli Bier, hielt eine kleine aber feine Ansprache.
Sowohl die Eventbranche wie auch die Gastronomie seien durch die Corona-Krise besonders hart getroffen worden. Das Imfluss-Festival stehe aber exemplarisch für den Kampfgeist in der Branche.
Die Kandidierenden genossen den Abend sichtlich. Darunter etwa GLP-Regierungskandidatin Esther Keller, SP-Grossrätin Lisa Mathys oder FDP-Grossrat Christian Moesch.
Ein Blick von der Tribüne zu den anderen Imfluss Festival-Besuchern zeigte: Trotz Maskenpflicht herrschte eine ausgelassene Stimmung bei den Zuschauern.
Kein gewöhnlicher Wahlkampfauftakt
Ein gewöhnlicher Wahlkampfauftakt mit dem Motto «Die Stadt sind wir» war es nicht: Welche konkreten politischen Massnahmen es nun für die Kultur- und Eventbranche bräuchte, war an diesem Samstagabend nicht das vordergründige Thema. Vielmehr schien es darum zu gehen, die Branche symbolisch zu unterstützen.
In einer Medienmitteilung vom Montagmorgen heisst es dann: Die Kulturstadt Jetzt-Kandidierenden stünden für die «progressive Kultur- und Stadtpolitik, die Basel braucht.»
Das Festhalten von Imfluss-Kapitän und alt Grossrat Tino Krattiger an das Festival sei ein wichtiges Ausrufezeichen: «Das Leben geht weiter! Die Kultur geht weiter. Sie muss weiter gehen, denn die Menschen brauchen sie», heisst es in dem Communiqué weiter.
Das Komitee setze sich dafür ein, dass Kulturschaffende, Veranstalter, Clubs und Bars die Stadt für die Bevölkerung gestalten könne. Ebenfalls wird in der Medienmitteilung die politische Vielfalt auf der Liste hervorgehoben. Dieses Jahr sei man noch breiter aufgestellt als bisher.
«Denn eine starke Stimme für die Kulturszene braucht es in den kommenden vier Jahren noch viel dringender, um die Kulturstadt trotz der widrigen Umstände weiter voranzubringen.» (as)
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