200 bis 300 Besucher, Zugangskontrollen, Maskenpflicht
Weihnachtsmarkt: Marktfahrer stören sich an unattraktiven Bedingungen. Für weniger Platz sollen sie mehr Gebühren bezahlen.

Im Coronajahr 2020 ist nichts so wie sonst üblich. Dass der Weihnachtsmarkt überhaupt stattfinden soll, grenzt an ein Wunder. Doch die Standbetreiber und Besucher müssen sich auf einige Veränderungen einstellen.
Wie Recherchen der Basler Zeitung zutage fördern, machen es die Behörden den Marktfahrern denn auch nicht einfach. Oskar Herzig, Sprecher der schweizerischen Schausteller, sagt: «Das Schutzkonzept stellt uns vor die Frage, ob eine Teilnahme sich überhaupt noch lohnt.»
Wie Sabine Horvath, Leiterin Standortmarketing Basel-Stadt gegenüber der BaZ sagt, wird das Standplatzkonzept «stark ausgedünnt», die Anzahl Stände wird um die Häfte reduziert. So viel war schon vorher bekannt. Aber die Massnahmen gehen weiter: «Wir gehen heute von einer maximalen Zahl von 200 bis 300 Personen und einer Maskentragpflicht in den Marktbereichen aus.»
Ausserdem soll der Markt eingezäunt und die Besucher an den Eingängen kontrolliert werden.
Weniger Platz, höhere Kosten
Für Herzig, der selber jahrelanger Marktfahrer auch am Weihnachtsmarkt ist, wird es dieses Jahr eng. Anstatt den üblichen 33 Quadratmetern muss er sich mit 18 zufriedengeben. Dafür müsse er extra einen neuen Stand bauen lassen, wie er gegenüber der Basler Zeitung sagt.
Dies allein koste ihn 5'000 Franken. Dazu kämen Deko und Infrastrukturkosten von 6'000 Franken. Insgesamt rechnet er mit Investitionen von 20'000 Franken, um überhaupt am Weihnachtsmarkt teilnehmen zu können.
Gleichzeitig darf er keinen Unterstand mit Stehtischen aufbauen, welche für gewöhnlich die Menschen zum Verweilen anlocken. Er rechnet dadurch mit Umsatzeinbussen.
Trotz Zugangsbeschränkungen gute Umsätze?
Da die Marktfahrer durch all die abgesagten Messen und Märkte dieses Jahr ohnehin bereits grosse Einbussen hinnehmen mussten, wurde zunächst in Erwägung gezogen, den Standbetreibern die Gebühren zu reduzieren. Die Basler Regierung entschied sich dagegen.
«Den Marktbetreibenden sind bereits früher im Zusammenhang mit Corona die Gebühren für die Monate Januar bis Mai 2020 erlassen worden», sagt Regierungssprecher Marco Greiner dazu gegenüber der BaZ. Die Regierung gehe ausserdem davon aus, dass am Weihnachtsmarkt trotz Zugangsbeschränkungen gute Umsätze realisiert werden können.
Herzig versteht dies nicht. Er müsse dieses Jahr gar mehr Standplatzgebühren für eine kleinere Bude bezahlen.
Auch der Betreiber des Riesenrads, welches anlässlich der Jubiläumsausgabe der Herbstmesse als Trost aufgestellt wird, bezahlt während der Zeit des Weihnachtsmarktes die normalen Gebühren, wie Sabine Horvath gegenüber der BaZ bestätigt.
Ausserhalb dieser Zeit komme die Allmendgebührenverordnung zum Tragen, und es wird ein Erlass von 50 Prozent gewährt. (red)
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