Vier geschützte Wanderfalken mit Nervengift getötet
Im Sommer wurden in Basel vier tote Greifvögel entdeckt. Jetzt ist klar: Sie wurden vorsätzlich getötet.

Diesen Sommer sind auf einem Hochkamin in der Solothurnerstrasse vier tote Wanderfalken gefunden worden. Wie die Basler Kantonspolizei nun bekanntgibt, wurden die in der Schweiz geschützten Greifvögel vorsätzlich vergiftet. Dies hätten Ermittlungen der Jagdaufsicht ergeben.
«Bei den am Montag, 29. Juni 2020, aufgefundenen toten Wanderfalken handelte es sich um zwei erwachsene Tiere und zwei Jungtiere. Mittels toxikologischer Untersuchung konnte ein Nervengift nachgewiesen werden, das gezielt eingesetzt worden sein musste und zum Tod der Tiere geführt hat», schreibt die Kantonspolizei.
Bekannt sei die Vergiftungsmethode mittels Ködertauben. Wanderfalken würden auch Tauben als Nahrung für sich und den Nachwuchs schlagen. Die Ködertauben, sogenannte «Kamikazetauben», würden mit Nervengift präpariert und den Greifvögeln ausgesetzt, heisst es im Communiqué an die Medien.
Wie die Kantonspolizei festhält, verstösst das vorsätzliche Vergiften von Greifvögeln gegen das Tierschutz-, Jagd- und Umweltschutzgesetz. Es handle sich dabei um Offizialdelikte, welche mit hohen Strafen geahndet werden. Die Kantonspolizei ermittelt im Auftrag des kantonalen Veterinäramts und hat einen Zeugenaufruf gestartet.
Personen, die in der Zeit von März bis Juni 2020 Beobachtungen gemacht oder weitere Angaben zum Vorfall haben, werden gebeten, sich bei der Polizei (Tel. 061 267 71 11) oder über jagd@jsd.bs.ch zu melden. (red.)
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