Die grosse Basler Beizer-Revolte scheint auszubleiben
Bis anhin kam es in Basel-Stadt zu einem Vorfall, im Baselbiet noch zu keiner Öffnung. Revoluzzern droht eine Geldstrafe.

«Wir machen auf»: Unter diesem Motto kündigten Gastronomen und Gewerbler im deutschsprachigen Raum in den vergangenen Wochen sowohl in den sozialen Medien als auch auf Telegramkanälen und ominösen Webseiten an, gegen die Covid-Massnahmen ihrer Regierungen zu protestieren.
Die Idee: Am 11. Januar sollten die Wirte ihre Beizen aus Protest gegen den Lockdown widerrechtlich zu den üblichen Öffnungszeiten aufmachen. 13 Basler Betriebe meldeten sich bei der Aktion an. Um welche Lokale es sich dabei handelt, bleibt jedoch unklar.
Ein Augenschein von Prime News in der Innenstadt und mehreren Basler Quartieren zeigt: Die grosse Revolte der Beizer scheint auszubleiben. Die meisten Wirte folgen der Empfehlung von «Gastro Suisse» und verweigern sich der Protestaktion.
Ein Basler Einzelfall bekannt
Doch in Einzelfällen kam es heute Montag schweizweit zu widerrechtlichen Öffnungen, auch in Basel-Stadt schaffte es ein Gastrobetrieb bereits in die Medien.
Wie 20 Minuten meldet, hat ein Café in Basel im Rahmen der Protestaktion seine Türen geöffnet. Die Wirtin sagte gegenüber der Tageszeitung, sie habe erst wenige Gäste empfangen, dafür aber bereits Besuch von Beamten des Basler Gesundheitsamts bekommen.
Sie bleibe offen und beobachte, wie die Lage sich entwickle. Bis anhin ist dies der einzige bekannte Fall im Stadtkanton: Regierungssprecher Marco Greiner kommuniziert auf Anfrage von Prime News, dass bis dato nur ein Betrieb überprüft wurde, welcher unerlaubterweise geöffnet war.
Es kann zu Geldbussen kommen
Die Aktion sei jedoch auf dem Radar: «Selbstverständlich haben wir Kenntnis von dem Aufruf zu Betriebsöffnungen.» Deswegen seien Kontrollteams unterwegs, welche aus Mitarbeitenden des Sicherheits-, Wirtschafts- und Gesundheitsdepartements zusammengesetzt seien:
«Sie werden auch heute im normalen Rahmen vorgehen und ihre Kontrollen durchführen sowie Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen.» Er könne nicht pauschal über die Rechtsfolgen einer Öffnung Auskunft geben, aber bei Verstössen «sieht das Gesetz die Möglichkeit von Geldbussen vor.»
Ganz auszubleiben scheint die Öffnungswelle dagegen im Baselbiet. Die Polizei Basel-Landschaft hat derzeit noch keine Kenntnis von widerrechtlichen Öffnungen.
Auf Anfrage von Prime News meldet Pressesprecher Adrian Gaugler, die Aktion sei der Polizei bekannt und die Einsatzkräfte beobachten die Lage im Rahmen ihrer üblichen Patrouillen-Tätigkeit. Baselbieter Wirten, die widerrechtlich öffnen, drohe eine Verzeigung an die Staatsanwaltschaft. (as./lt.)
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