Parkgebühren können in Basel ab heute per App bezahlt werden
Der Kanton hat die Applikation für 102'000 Franken entwickeln lassen. Kaum veröffentlicht, gibt es bereits Kritik.
Good News für Automobilisten: Ab heute kann man in der Stadt am Rheinknie die Parkplatz-Gebühr direkt und bequem mit der App «ParkSmart Basel» begleichen (auf iOS und Android erhältlich). Dies teilt am Montag das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) mit, welches die Applikation in Zusammenarbeit mit dem Amt für Mobilität und dem Tiefbauamt entwickelt hat.
Mit «ParkSmart Basel» können Autofahrende die Parkgebühren bargeldlos und «minutengenau» bezahlen – verrechnet wird also nur die effektive Parkzeit. Ausserdem erhalten die Nutzerinnen und Nutzer eine Erinnerungsmeldung über das Smartphone, ehe die Parkzeit abläuft.
Auch eine Besucherkarte in der Blauen Zone kann nun via Handy erworben werden. «Möchte jemand in der Blauen Zone länger parkieren, als dies mit der blauen Parkscheibe erlaubt ist, so schlägt ParkSmart Basel die passende Besucherparkkarte zum Kauf vor, die den aktuellen Wochentag und die Tageszeit berücksichtigt», heisst es in der Pressemitteilung.
Bereits erste Kritik
Die App enthält zudem eine Strassenkarte. Mittels GPS-Ortung werden in der Nähe liegende Parkplätze angezeigt. Der Zahlvorgang wird gestartet, sobald man eine Fläche anwählt oder aber man benutzt die QR-Codes, welche neu an die Parkuhren angebracht wurden.
Was nun sinnvoll und unkompliziert klingt, wird auf Twitter bereits kritisiert. SRF-Redaktor Georg Halter zum Beispiel ist skeptisch, ob das gut investiertes Steuergeld sei: «Und warum genau braucht Basel eine eigene Lösung, wenn es schon andere wie Parkingpay gibt, die schon seit Langem wunderbar funktionieren?»
Und warum genau braucht Basel eine eigene Lösung, wenn es schon andere wie @parkingpay gibt, die schon seit Langem wunderbar funktionieren?
— Georg Halter (@georg_halter) January 11, 2021
«Parkingpay» ist eine schweizweite Applikation, die das Bezahlen von Parkplätzen per App oder mit TWINT ermöglicht. Zumindest in jenen Gemeinden, die mitmachen.
Und Daniel Seiler, Präsident der FDP Kleinbasel, fügt an: «Dazu kommt natürlich auch, dass ein Besucher von ausserhalb der Stadtmauern, sich sicher nicht vor dem Parkieren noch einen App runterladet. Aber wir wollen ja hier gar keine auswärtigen Besucher mehr...»
Entwicklung hat 102'000 Franken gekostet
Die Kosten zur Entwicklung der ersten Version der App belaufen sich auf 102'000 Franken, wie JSD-Pressesprecher Toprak Yerguz auf Anfrage von Prime News mitteilt. Darin inbegriffen sind die Lizenzen sowie die Wartung während des ersten Betriebsjahres.
Ab dem zweiten Jahr koste die Wartung der App dann jährlich 16'000 Franken, ansonsten würden keine weiteren Ausgaben anfallen.
Und bezüglich dem Basler Alleingang sagt Yerguz: «Da die Kantonspolizei Basel-Stadt nicht nur das Bezahlen an Parkuhren via App ermöglichen, sondern mittel- bis langfristig auch die speziellen Anforderungen der Parkraum-Bewirtschaftung sowie dem Verkehrskonzept Innenstadt abdecken will, hat sie sich für eine Eigenentwicklung entschieden.»
Abgesehen davon habe die Neuentwicklung den Vorteil, dass «Erweiterungen zukünftiger Anforderungen schneller möglich sind». Ausserdem verbleiben so alle Daten bei der öffentlichen Hand.
Jene Besucher ausserhalb von Basel oder allgemein Personen, die von den neuen Möglichkeiten keinen Gebrauch machen wollen, können weiterhin wie gewohnt parkieren, hält Yerguz weiter fest. Mit Münzen an der Parkuhr bezahlen sowie Besucherparkarten online oder an den Billettautomaten der BVB zu beziehen, ist weiterhin möglich. (as)
Das Justiz- und Sicherheitsdepartement hat auch ein Erklärvideo für die App veröffentlicht:
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