Basler Wirtschaftsverbände fordern Lockdown-Ende
Der Bundesrat müsse einen Exit-Fahrplan präsentieren, finden Handelskammer und Gewerbeverband.

Der Druck auf den Bundesrat steigt: Die nationalen Wirtschaftsverbände wie auch die Gewerkschaften fordern eine Exit-Strategie aus dem Lockdown. Die Landesregierung wird heute Mittwoch zu einer Sitzung zusammenkommen.
Mit einem definitiven Entscheid des Bundesrats ist wohl erst nächste Woche zu rechnen. Doch der Ruf nach Lockerungen wird immer lauter. Auch in Basel. So sagte der Direktor des Basler Gewerbeverbands, Gabriel Barell, am Montag in einem Interview mit der «Basler Zeitung»: «Der Unmut in der Bevölkerung wird immer grösser.»
Es brauche jetzt «gezielte Massnahmen», um Risikogruppen zu schützen, statt eines pauschalen Lockdowns, so Barell. Konkret sollen die Gastronomie und der Detailhandel ab 1. März wieder öffnen dürfen.
Andernfalls drohe die Katastrophe, sagte der Basler Gewerbedirektor: «Es braucht jetzt eine Perspektive für die Unternehmer. Ohne solche halten sie nicht mehr lange durch. Irgendwann ist fertig. Dann erlebt das Gewerbe ein Massensterben.»
Lockerungsplan in mehreren Etappen
Ins gleiche Horn stösst die Handelskammer beider Basel: In einer Medienmitteilung von gestern Dienstag plädiert der Verband für einen Lockerungsfahrplan in vier Schritten.
Zunächst sollen die Gastronomie sowie Läden, Museen und weitere Freizeiteinrichtungen geöffnet werden. In einer späteren Phase sollen dann Konzerte, Sportanlässe, Messen und dergleichen mehr folgen.
«Statt die Pandemie mit harten und teilweise willkürlichen Verboten zu bekämpfen, muss in Zukunft erstens nach klaren Prinzipien entschieden und zweitens vermehrt auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung gesetzt werden», schreibt die Handelskammer.
Unsicherheit wegen Virus-Mutationen
Die Ansteckungszahlen in den beiden Basel gingen seit Anfang Jahr zurück. Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen gab sich zuletzt vorsichtig optimistisch.
Es geht erfreulicherweise weiter runter mit den Fallzahlen in Basel-Stadt. https://t.co/Djxzoa3nu4
— Thomas Steffen (@ThomasSteffen) February 16, 2021
Allerdings warnen die Experten des Bundes schon länger vor den mutierten Virusvarianten. Das Problem: Die Fallzahlen gehen zwar insgesamt zurück, doch gleichzeitig nehmen die Fälle mit den Mutanten zu.
Die Experten befürchten nun, dass es eine dritte Welle geben könnte, die momentan noch «unsichtbar» ist, da die Mutationen in den Kurven noch nicht voll durchschlagen.
Prognosen seien daher schwierig: Das war auch der Tenor der gestrigen Pressekonferenz des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in Bern. Allerdings äuuserten sich die Experten nicht zu etwaigen Öffnungsschritten.
Der Bundesrat wird voraussichtlich heute Nachmittag über das weitere Vorgehen informieren. Prime News hält Sie an dieser Stelle auf den Laufenden. (red)
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