Lukas Engelberger hält an Schnitzelbank-Verbot fest
Kein Erbarmen, kein Umdenken: Der Gesundheitsdirektor verbietet Telebasel weiterhin Aufzeichnung im TV-Studio. Die Empörung ist inzwischen gross.

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte, früher CVP) bleibt hart: Er hält an dem Schnitzelbank-Verbot fest, dass sein Departement gegenüber Telebasel ausgesprochen hat. Der Lokalsender wollte unter Einhaltung von Schutzmassnahmen im leeren TV-Studio die Verse der Formationen aufzeichnen und eine Sendung zusammenschneiden.
Wie der Regierungsrat nun in einem Interview mit Telebasel ausführt, könne keine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Er fände es zwar auch «schade», dass eine Absage erteilt werden müsse.
«Wir sind aber in der Abwägung zum Schluss gekommen, dass kein überwiegendes öffentliches Interesse besteht», so Engelberger. Man sei sehr zurückhaltend in der Gewährung von Ausnahmen. Als Beispiel nennt der Gesundheitsdirektor die Durchführung einer Facharztprüfung.
«Keine Rechtsgleichheit mehr»
Engelberger führt ins Feld, dass bei einer Zusage zur TV-Produktion von Telebasel die «grosse Schwierigkeit» enstehen würde, dass sich dann andere Akteure darauf berufen könnten. «Wir könnten die Rechtsgleichheit nicht mehr gewährleisten.» Deshalb sehe er «leider keinen Ausweg als diesen unangenehmen, harten Entscheid zu treffen.»
Der Telebasel-Journalist fragt im Interview indes zurecht, weshalb vor dem Hintergrund dieses Grundsatzes die Aufzeichnungen des Zofingerkonzärtli wie auch des Pfyfferli zulässig gewesen seien. Dazu erklärt Engelberger, er könne jetzt nicht «einzelne Aktivitäten beurteilen, die im Netz stattfinden».
Er verweist darauf, dass für Profis eine Ausnahme gelte. «Das Singverbot gilt für Nichtprofis ausserhalb des privaten familiären Rahmens.»
Die Basler Bevölkerung scheint indes mit den Argumenten des Regierungsrats überhaupt nicht einverstanden zu sein. Bereits 2'400 Personen (Stand 18:25 Uhr) haben eine Online-Petition unterschrieben, welche fordert, dass die TV-Aufzeichnung durchgeführt werden kann. In den sozialen Medien ist die Empörung riesig.
Auch die Jungparteien der Liberalen und der SVP haben sich in die Debatte eingeschaltet und Lukas Engelberger zum Umdenken aufgefordert.
Und auch die Schnitzelbank-Szene hat reagiert. So meint etwa «Doggter FMH» zur ganzen Sache:
Dr Kollega Ängelbärger liggt by mir uff em Schraage;
syt geschter häig är Bläähige und e flaue Maage.
Mi Diagnose isch do knapp und kurz:
Us eme verklemmten Arsch kunnt käi fröhlige Furz.
Aufzeichnungen im Baselbiet?
Ein Funken Hoffnung, dass die Schnitzelbänke aufgezeichnet werden können, besteht aber noch. Im Interview mit Telebasel zeigt sich der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber nicht abgeneigt von der Idee, den Schnitzelbänklern im Landkanton Asyl zu gewähren.
«Das ist noch ein guter Ansatz, ich könnte mir das vorstellen, Ja», sagt er lachend. Man müsse sich aber zuerst mit dem Stadtkanton absprechen.
Den Kommentar von Prime News lesen Sie hier. (red.)
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