Tramnetz 2030: LDP-Grossrat fordert unterirdische Trams
Michael Hug kritisiert die Pläne der BVB und BLT. Es brauche einen «grösseren Wurf».

Den Tramverkehr in der Basler Innenstadt entlasten und entflechten: Das sehen die Pläne des «Tramnetz 2030» vor, welche die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und die Baselland Transport AG (BLT) am Mittwoch in einer gemeinsamen Medienmitteilung präsentierten (Prime News berichtete).
So sollen anstelle der sieben bisherigen Tramlinien künftig nur noch fünf davon in der Innenstadt verkehren. Unter anderem am Petersgraben ist der Bau eines neuen Tramgleises geplant, wo künftig die Linie 15 und das Entlastunsgstram E11 durchführen sollen.
Bereits kurz darauf meldeten sich diverse Basler Parteien und Interessensgruppen zu Wort, die sich allesamt erfreut zeigten über die geplante Erweiterung und Umgestaltung des Tramnetzes.
Anders sieht es LDP-Grossrat Michael Hug. Der Liberale äussert Bedenken gegenüber diesen Plänen. «Mir ist der Nutzen nicht ersichtlich. Am Petersgraben würde den Fussgängern und Velofahrern Platz weggenommen. Und auch für die Stände an der Herbstmesse wäre dieser Bau mit Problemen verbunden», sagt er gegenüber Prime News.
Trotz hohen Kosten: «Der Nutzen wäre grösser»
«Eine effektive Entlastung für die Innenstadt und die dringend notwendige Entflechtung des Tramliniennetzes im Perimeter Barfüsserplatz bis Schifflände werden leider kaum erreicht». Er befürchte, dass sich die Situation beim Barfüsserplatz sogar noch akzentuieren würde.
Dass die Innenstadt in Bezug auf den Verkehr entlastet werden muss, sei auch für ihn unangefochten. An den präsentierten Plänen zweifle er aber. Für Hug ist klar: «Es bedarf eines grösseren Wurfes.»
Sein Vorschlag: Die Tramgleise zwischen dem Barfüsserplatz und der Schifflände sollen nach Möglichkeit unter den Boden verlegt werden. Am Freitag reichte der 33-jährige Grossrat in diesem Zusammenhang eine Interpellation ein, in der er von der Regierung wissen will, ob die Variante einer unterirdischen Linienführung geprüft wurde und ob es eine Kosten-Nutzen-Analyse dazu gäbe.
Die Kosten dafür seien zwar um ein Mehrfaches höher zu veranschlagen, als bei einer normale Strassenbahn, schreibt er in der Interpellation. «Aus meiner Sicht wäre der Nutzen aber grösser. Es wäre eine pragmatische Lösung zu Gunsten einer belebten Innenstadt.»
Andere Städte würden vormachen, dass dies geht. So zum Beispiel Strassburg: Dort verläuft das Tramnetz zu einem grossen Teil unterirdisch. Wieso nicht auch in Basel, fragt sich Hug. «Wenn die Stadt schon über das Herzstück diskutiert, könnte man in der Planung doch auch eine unterirdische Tramlinie in Betracht ziehen.» (red.)
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