Das Jüdische Museum hat einen neuen Standort gefunden
Nach über fünfzig Jahren an der Kornhausgasse will die Institution in ein ehemaliges Tabaklager nahe des Petersplatzes ziehen.

Über fünfzig Jahre lag das 1966 gegründete Jüdische Museum der Schweiz – seines Zeichens das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum nach dem Krieg – zentral, aber etwas versteckt an der Kornhausgasse.
Das soll sich nun ändern. In einer Medienmitteilung schreibt das Museum, dass es in ein neues Haus an der Vesalgasse 5 wenige Meter neben dem Kollegiengebäude der Universität Basel ziehen will.
Das Gebäude mit der Holzfassade wurde im 19. Jahrhundert als Tabaklager gebaut und wird nun langfristig vom Museums-Verein angemietet.
Geplante Eröffnung 2023
«Die neue Liegenschaft bietet auf ca. 750 m2 Platz für Dauer- und Wechselausstellungen, Werkstatt- und Veranstaltungsräume, Bibliothek und Büro», schreiben die Verantwortlichen.
Es sei ein geschichtsträchtiger und symbolisch bedeutsamer Ort, denn «der Boden des Hauses war der Standort des ersten jüdischen Friedhofs auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.»
Heute Freitag wird die Baueingabe eingereicht. Da das Umbauvorhaben noch bewilligt werden muss und es allfällige Einsprachen abzuwarten gilt, wird es noch eine Weile dauern bis zur offiziellen Eröffnung des neuen Standorts.
«Unser erklärtes Ziel ist es, im Jahr 2023 die Türen an der Vesalgasse für die Baslerinnen und Basler zu öffnen», sagt Pressesprecherin Barbara Häne auf Anfrage von Prime News.
So sieht der neue Standort aus
Kostenpunkt: sechs Millionen
Die Kosten für den Umzug und den Betrieb bis 2033 veranschlagt das Museum auf rund sechs Millionen. Diese sollen «von privaten und öffentlichen, jüdischen und nichtjüdischen Partner:innen eingeworben werden.»
Doch damit nicht genug: «Weitere zehn Millionen Franken sollen als Kapital für die nachhaltige Erzielung der für den Betrieb gewünschten Erträge durch ein schweizweites Fundraising gesammelt werden.»
In der Medienmitteilung wird zudem das Patronatskomitee für das neue Haus vorgestellt, dem bekannte Basler Persönlichkeiten wie SP-Ständerätin Eva Herzog, LDP-Nationalrat Christoph Eymann und der Baloise-Verwaltungsratspräsident Thomas von Planta angehören.
Wer sich die neuen Räumlichkeiten anschauen möchte, kann dort an ausgewählten Sonntagen die Kunstinstallation «Buchstäblich jüdisch. Eine Deutungsgeschichte» besuchen. Die entsprechenden Termine sind auf der Website des Museums einsehbar. (lt)
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