Basler Banker Guy Lachappelle tritt von Raiffeisen-Spitze ab
Der ehemalige BKB-Chef legt sein Amt als Verwaltungsratspräsident Ende Juli nieder.

Knall in der Schweizer Finanzwelt: Der Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz, Guy Lachappelle, tritt per Ende Juli zurück. Dies schreibt die Bank in einer Medienmitteilung vom Donnerstagabend.
Lachappelle ist am Rheinknie ein bekanntes Gesicht: Er war bis 2018 CEO der Basler Kantonalbank, bevor er nach St. Gallen zu Raiffeisen wechselte.
Der Rücktritt von Lachappelle als Raiffeisen-Chef wird von Meldungen über mutmassliche Verfehlungen im Amt begleitet. Wie die «Tamedia»-Zeitungen berichten, wurden gegen den Basler Top-Banker zwei Strafanzeigen eingereicht.
Eine davon soll in Zusammenhang mit der Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen stehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Lachappelles Interims-Nachfolge bei der Raiffeisen übernimmt Vizepräsident Pascal Gantenbein.
Emotionale Pressekonferenz
Um seinen Schritt zu begründen, berief Lachappelle am Donnerstagabend kurzfristig eine Pressekonferenz in der Basler Safranzunft ein. Sein Auftritt sei sehr emotional gewesen, berichten die «Tamedia»-Zeitungen.
Angeblich geht es um einen privaten Konflikt: Lachappelle war 2017 in einer Beziehung mit einer Frau, die er 2018 verliess, um zu seiner Ehefrau zurückzukehren. Eben jener Geliebten liess er damals offenbar ein internes Dokument der BKB zukommen.
Die Frau, die die Trennung nicht habe akzeptieren wollen, habe das Dokument nun an die Justiz und an die Medien geschickt.
Gemäss den «Tamedia»-Zeitungen habe sich Lachappelle an der Pressekonferenz entschuldigt: «Ich habe in meiner Verliebtheit einen riesengrossen Fehler gemacht», räumte er ein. Er werde auch von seinen anderen Ämtern wie dem Posten im Verwaltungsrat des Universitätskinderspitals beider Basel zurücktreten. Seine berufliche Zukunft sei offen. (red)
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