Basel-Stadt könnte einen Nationalratssitz verlieren – an Zürich
Machtverlust in Bern: Ab 2023 könnte der Stadtkanton nur noch mit vier Politikern in der grossen Kammer vertreten sein.

In Bälde gibt der Bundesrat bekannt, welche Kantone bei den nächsten eidgenössischen Wahlen im Jahr 2023 auf mehr Sitze im Nationalrat hoffen können, oder welche vor Verlusten bangen müssen. Die Machtverteilung der 200 Sitze in der grossen Kammer setzt sich je nach Bevölkerungszahl der jeweiligen Kantone und deren Wachstum zusammen.
Wie die «Basler Zeitung» am Mittwoch berichtet, hat nun einer schneller als alle anderen gerechnet: Claudio Kuster, persönlicher Mitarbeiter von Ständerat Thomas Minder aus Schaffhausen. Bereits vor den Wahlen 2015 und 2019 habe Kuster die Sitzverschiebungen, gestützt auf den Bevölkerungszahlen des Bundesamts für Statistik, vorausgerechnet, und lag jeweils richtig.
Für Basel-Stadt bedeutet dies nichts Gutes, denn gemäss Kuster ist es die Stadt am Rheinknie, welche 2023 einen ihren ohnehin wenigen fünf Sitzen hergeben muss. Dies, weil die Bevölkerung in den letzten vier Jahren nur um 1,9 Prozent gewachsen sei. Im nationalen Durchschnitt waren es rund 3 Prozent.
Sitz könnte an Zürich gehen
Aktuell setzt sich die Basler Nationalratsequipe wie folgt zusammen: Die Sozialdemokraten haben zwei Sitze inne und sind mit Mustafa Atici und Sarah Wyss vertreten. Ausserdem mit dabei ist Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan, für die Liberalen Christoph Eymann und neu die GLP mit Katja Christ.
Stellt sich die Frage, welche Partei ihren Sitz verlieren wird. Besonders eng könnte es für die Grünliberalen und Katja Christ werden, welche den Sitz 2019 nur durch starke Listenverbindungen ergatterten.
Klar ist: Sollte Claudio Kuster’s Prognose zutreffen, bedeutet das einen weiteren Machtverlust der Basler in Bundesbern. Als Halbkanton ist Basel-Stadt auch im Ständerat nur mit einer Person, Eva Herzog (SP), vertreten. Einen Bundesrat stellte Basel zuletzt mit Hans-Peter Tschudi, welcher 1973 zurücktrat. Nun wird der Stadtkanton auch im Nationalrat auf ein Vierertrupp degradiert.
Und dies, obschon die Region Basel einen erheblichen Teil der gesamten Schweizer Wirtschaft ausmacht. Ausserdem bitter: Gemäss Kuster könnte der verlorene Sitz ausgerechnet nach Zürich gehen. Bereits heute hat Zürich mit 35 Sitzen von allen Kantonen die meisten Vertreter in Bern. Nun könnte ein weiterer dazukommen.
Dies, weil die Bevölkerung in den letzten vier Jahren mit 4,4 Prozent überdurchschnittlich anwuchs, schreibt die BaZ. (red)
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