Parolenfassung der Basler SP: Ja zu Wohnschutz, Pflegeinitiative und dem Covid-Gesetz
Die Genossinnen und Genossen trafen sich am Dienstagabend nach Langem wieder in Person zur Delegiertenversammlung.

Nach den Abstimmungen ist vor den Abstimmungen: Gerade erst hat Basel und die Schweiz über diverse Vorlagen abgestimmt, schon fassten die Basler Genossinnen und Genossen am Dienstagabend an ihrer Delegiertenversammlung die Parolen für den Urnengang am 28. November.
Zum ersten Mal seit Langem fand diese wieder in Person statt, wie diverse Sozialdemokraten gestern begeistert in ihren Insta-Storys festhielten.
Ja zu Wohnschutz und Pflegeinitiative
Die SP Basel-Stadt hat die deutliche Ja-Parole zur kantonalen Initiative des Basler Mieterverbands «Ja zu ECHTEM Wohnschutz» gefasst. Mit der aktuellen Gesetzgebung sei nur «ein Bruchteil» der bestehenden Mietwohnungen geschützt.
Trotz der erfolgreichen Wohn-Abstimmungen im Juni 2018 komme es regelmässig zu Massenkündigungen «wegen Luxussanierungen zur Gewinnmaximierung», schreibt die SP in ihrer Mitteilung vom Dienstagabend. Die grosse Mehrheit der Delegierten, 87 davon, sagen deshalb Ja zur Initiative. Zwei Genossen waren dagegen, sieben haben sich enthalten.
Noch deutlicher fiel das Resultat zur nationalen Pflegeinitiative aus, die Delegiertenversammlung hat einstimmig die Ja-Parole gefasst. Aufgrund des Dauerstress im Beruf würden 40 Prozent des ausgebildeten Pflegepersonals wieder aussteigen. Die Pflegeinitiative soll Verbesserungen bringen.
Ja zu Covid-Gesetz, Nein zur Justiz-Initiative
Auch beim Covid-Gesetz, über das die Schweiz Ende November abstimmt, gab es keine Diskussionen. Die Delegierten fassten ohne Gegenstimme und bei einer Enthaltung die Ja-Parole zum Covid-Gesetz.
Ein Nein gab es gestern lediglich für die «Justiz-Initiative», welche ein neues Verfahren bei der Besetzung des Bundesgerichts fordert. Heute werden die Richter durch die Parteien gewählt, wobei die Initianten glauben, dass die Parteimitgliedschaft am Schluss die wichtigere Rolle einnimmt als die fachlichen Qualifikationen. Die Wahl solle deshalb stattdessen per qualifiziertem Losverfahren stattfinden.
Die Delegierten der SP Basel-Stadt lehnen die Initiative mit 77 zu 9 Stimmen bei 9 Enthaltungen ab. Die Besetzung der obersten Instanz der Judikative würde mit der Vorlage der demokratischen Kontrolle entzogen.
«Auch wenn für die Besetzung von Gerichten die Politik eine kleinere Rolle spielt und spielen soll, ist es wichtig, die Repräsentanz der Wertehaltungen auch an den Gerichten sicherzustellen», schreibt die SP in ihrer Medienmitteilung. (red)
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