Präsidialdepartement will 83'000 Franken für neuen 50-Prozent-Job
Die gesuchte Fachperson soll sich künftig dafür einsetzen, dass Menschen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt werden.

Das Präsidialdepartement (PD) um Regierungspräsident Beat Jans (SP) soll weiter wachsen. Wie die Basler Zeitung heute Mittwoch schreibt, will das Departement 83'000 Franken für eine 50-Prozent-Stelle schaffen.
Auf 100 Prozent gerechnet wären das also netto rund 10'000 Franken im Monat. Wie Leila Straumann, Leiterin Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, auf Anfrage von Prime News präzisiert, handle es sich bei den 83'000 Franken um die Jahresbrutto-Lohnkosten inklusive 30 Prozent Sozialversicherungs-Beiträge des Arbeitgebers.
Und wie wird diese Lohnhöhe begründet? Die Stelle «Projektleitung / Wissenschaftliche Mitarbeit» sei gemäss Stellenbeschreibung der Lohnklasse 16 zugewiesen. «Für das Budget wird die mittlere Lohnstufe 14 budgetiert», so Straumann.
Konkret sucht das PD nach einer Person, die sich um LGBTI-Anliegen kümmert. Sie soll sich dafür einsetzen, dass Menschen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechts-Identität benachteiligt werden.
Dies geht aus dem Ratschlagsentwurf zum «Kantonalen Gleichstellungsgesetz zu Geschlecht und sexueller Orientierung», kurz «Kantonales Gleichstellungsgesetz», hervor.
LGBTI-Organisationen seien bereits überlastet
Auf den rund 31 Seiten, die dieser Entwurf enthält, führt das PD auf, warum es diese neue Stelle braucht und sie nicht von der Fachstelle «Gleichberechtigung von Frauen und Männern» übernommen werden kann.
So soll sie für «Förderung und Einbezug zivilgesellschaftlicher Leistungen sowie Aus- und Aufbau psychosozialer Beratungsangebote von Betroffenen» sorgen. Ein weiteres Argument sei der «organisatorische und inhaltliche Aufbau des Fachbereichs in der Verwaltung».
Zudem soll sie sich mit der lokalen und nationalen Community vernetzen, also mit den nicht staatlichen LGBTI-Organisationen. Diese wiederum könnten die aufgeführten Aufgaben nicht übernehmen, da sie bereits überlastet seien und über «sehr begrenzte» finanzielle Mittel verfügen würden.
Parteien zu Stellungnahme aufgefordert
Gegenüber der BaZ verweist Leila Straumann, Leiterin Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern – die derzeit bereits aus neun Stellen besteht – auf einen entsprechenden parlamentarischen Auftrag.
Dieser verlangt, dass der Kanton sich des Themas annehmen, die Zuständigkeit im Kanton klären und zuweisen, eine Anlaufstelle schaffen und Massnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit entwickeln soll.
Die Parteien können sich zum revidierten Gleichstellungsgesetz und damit zu der 83’000-Franken-Stelle bis Mitte November äussern, schreibt die BaZ. (red.)
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