Riehener Wahlkrimi geht weiter: Patrick Huber kandidiert für Gemeinderat
Die Bürgerliche Allianz schickt den Mitte-Einwohnerrat ins Rennen um den letzten Exekutiv-Sitz. Dort trifft er auf EVP-Politiker Daniele Agnolazza.

Die Wahlen in Riehen gehen in die dritte Runde. Nachdem am Sonntag vor einer Woche Stefan Suter (SVP) in den Gemeinderat und Christine Kaufmann zur Gemeindepräsidentin gewählt wurden, verbleibt ein weiterer vakanter Platz in der Gemeinde-Exekutive. Jener Sitz, der durch Kaufmann frei wird (Prime News berichtete).
Die Linke kündigte bereits kurz nach dem 2. Wahlgang an, mit EVP-Mann Daniele Agnolazza anzutreten, der zuvor noch für die gescheiterte Kandidatur von SP-Grossrätin Edibe Gölgeli Platz gemacht hatte.
Nun ist auch bekannt, wie die Bürgerliche Allianz, welche ihren Spitzenkandidaten Daniel Albietz nicht ins Präsidium gebracht hatte, in den dritten Wahlgang geht: Mitte-Einwohnerrat Patrick Huber wird für die Ersatzwahl in den Riehener Gemeinderat antreten.
Er soll den offenen Sitz für die Mitte und damit das bürgerliche Lager gewinnen, «um dafür zu sorgen, dass weiterhin alle Strömungen in der Exekutive eingebunden sind», heisst es in einer Medienmitteilung der Bürgerlichen Allianz (Mitte, LDP, FDP und SVP) vom Montag.
Huber will jüngere Perspektive einbringen
Der 30-jährige Huber ist Ökonom und in der Handelskammer beider Basel tätig, wo er unter anderem die Geschäftsstelle der Basler Bankenvereinigung leitet. Huber habe sein ganzes Leben in Riehen verbracht und sei dort stark verwurzelt, heisst es in der Medienmitteilung. Seit 2012 politisiert er im Riehener Einwohnerrat.
Huber zeigt sich im Communiqué erfreut über die Nomination: «Es ist nicht selbstverständlich, von vier unterschiedlichen Parteien derart geschlossen unterstützt zu werden. Das ehrt mich. Ich hoffe, als Gemeinderat einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung Riehens leisten zu können und freue mich auf den kurzen, aber intensiven Wahlkampf», lässt er sich zitieren.
Gegenüber Prime News betont Huber die Wichtigkeit, dass mit seiner Wahl auch eine andere Generation im Gemeinderat zu Wort kommen würde. Er wolle eine jüngere Perspektive in der Exekutive einbringen.
Thematisch sei ihm die Entlastung vom Mittelstand ein grosses Anliegen. «Die Steuerbelastung in unserer Gemeinde muss moderat bleiben», sagt Huber gegenüber Prime News. So stammt auch die Motion zur Riehener Gemeindeinitiative «Entlastung von Familien» aus seiner Feder, zu der Finanzdirektorin Tanja Soland am Freitag ein umfangreiches Steuerpaket als Gegenvorschlag präsentierte (Prime News berichtete).
Daniel Albietz scheidet nach zwölf Jahren aus
Mit Hubers Kandidatur ist Daniel Albietz nun definitiv aus dem Rennen – er hatte sich nach dem 2. Wahlgang noch bereit gezeigt, ein weiteres Mal zu kandidieren – und scheidet somit nach zwölf Jahren aus dem Gemeinderat aus.
Dazu Albietz: «Ich wäre gerne Gemeindepräsident geworden, nun hat das leider nicht geklappt, was es zu akzeptieren gilt. Da ich von vielen Leuten angegangen und ermuntert worden bin, trotzdem noch für den Gemeinderat zu kandidieren, habe ich zunächst Bereitschaft signalisiert. In den letzten Tagen ist jedoch der Entscheid gereift, meine Tätigkeit im Gemeinderat nach 12 erfüllten Amtsjahren auf Ende April zu beenden», lässt er sich zitieren.
Dass nun sein Parteikollege Patrick Huber für die Nachfolge um einen Sitz kandidiert, sei für Riehen «ein Glücksfall», so Albietz. Der Mitte-Politiker vertritt die Partei derweil weiterhin im Basler Grossen Rat. (as)
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