Als verletzte Tochter ausgegeben – Polizei nimmt Betrügerin fest
Perfide Betrüger-Maschen häufen sich wieder. In Basel ist nun eine 24-Jährige den Behörden ins Netz gegangen.

Es gibt sie immer wieder, die Meldungen, wonach es sogenannten «falschen Polizisten» oder anderen Betrügern gelingt, vorwiegend älteren Personen zehntausende Franken abzuknöpfen. Am Dienstagabend nun, kurz vor 17.30 Uhr, ist es der Kantonspolizei Basel-Stadt gelungen, eine mutmassliche Betrügerin festzunehmen, wie sie am Mittwoch mittelt.
Der 24-Jährigen hätte nach einem so genannten «Schocktelefon» – eine der Maschen der Telefonbetrüger – Geld übergeben werden sollen. Zur Geldübergabe kam es glücklicherweise nicht.
Das ist gemäss der Polizei passiert: Eine 68-jährige Frau hatte am späteren Dienstag-Nachmittag den Anruf eines angeblichen deutschen Polizisten erhalten. Dieser teilte ihr mit, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und dabei eine schwangere Frau angefahren. Sie müsse nun eine Kaution entrichten.
Eine weitere Person gab sich sodann am Telefon als ihre verletzte und «emotional aufgelöste» Tochter aus, schreibt die Polizei. Dank der guten Reaktion der Geschädigten gelang es im weiteren Verlauf, die mutmassliche Betrügerin – eine deutsche Staatsbürgerin – festzunehmen.
In den vergangenen Tagen hätten mehrere ältere Personen Anrufe von Betrügerinnen und Betrügern erhalten – oft nach der oben geschilderten Masche, zuweilen mit abgewandeltem Vorgehen, hält die Polizei weiter fest.
Diese Personen teilten ihnen mit, dass sie Ziel eines Einbruches seien, dass ein Angehöriger in einen tödlichen Unfall verwickelt sei oder dass sie bei ihrer Bank beinahe Opfer von falschen Abbuchungen geworden seien. Die Anrufer gaben sich als Kriminalbeamte und Polizisten oder als Sicherheits-Verantwortliche von Banken aus.
In mehreren Fällen sei es den Tätern dieser Tage gelungen, ihren Opfern Geldbeträge in der Höhe zwischen 7’000 und 60'000 Franken abzunehmen, so die Polizei.
Der neuste Hit: Falsche Bank-Angestellte
Die Polizei weist auch auf eine weitere Masche hin: Betrüger melden sich bei ihren potentiellen Opfern telefonisch als «Sicherheits-Verantwortliche» von Banken. Sie teilen ihnen mit, dass sie gerade eine missbräuchliche Abbuchung von deren Konten gestoppt und Bankangestellte in Verdacht hätten.
Deshalb solle man doch zwecks «Spurensicherung» das Geld abheben und den «Ermittlern» übergeben. In den bislang bekannten Fällen wurde durch die gute Reaktion der Betroffenen zwar kein Geld oder andere Wertsachen übergeben, heisst es in der Polizeimeldung.
Es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass es in einigen Fällen nicht beim Versuch blieb, sondern dass den Beamten Geldbeträge ausgehändigt wurden. Wer auf diese Weise geschädigt worden ist und einem Fremden Geld übergeben hat, solle unbedingt – auch nachträglich – bei der Polizei Anzeige erstatten, rät die echte Kantonspolizei. (red)
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