Kurioses Metallgeländer beim Spalentor sorgt für Diskussionen
Bei einem abgesenkten Trottoirteil wurde eine neue Abschrankung montiert. Auf Social Media muss sich der Kanton erklären.
Das kommt nicht alle Tage vor: Ein Metalgitter entlang eines Trottoirs, von denen es hunderte in der Stadt gibt, sorgte in den letzten Tagen auf Twitter für angeregte Diskussionen. Der Kanton sah sich sogar genötigt, sich öffentlich zu erklären.
Darum geht es: Am vergangenen Samstag postete der bekannte Basler Stadtführer «Grabmacherjoggi» auf seinem Twitter-Account ein Bild von einer Abschrankung beim Spalentor.
Das Kuriose an dem Gitter: Es wurde ausgerechnet an einer Stelle errichtet, an dem das Trottoir eine Absenkung aufweist, um Fussgängern den Übertritt zu erleichtern. Auf dem Foto des «Grabmacherjoggi» ist denn auch ein älterer Herr mit Krücken zu sehen, der neben der Abschrankung den Bordstein überqueren muss.
Ein neues Geländer, exakt dort wo das Trottoir abgesenkt ist und gehbehinderte Menschen die Strasse beim Spalentor leicht überqueren könnten. Aber lassen wir einfach das Bild wirken... pic.twitter.com/wgXHpFcTvV
— Grabmacherjoggi Basel ❤️ (@grabmacherjoggi) August 6, 2022
«Ein neues Geländer, exakt dort wo das Trottoir abgesenkt ist und gehbehinderte Menschen die Strasse beim Spalentor leicht überqueren könnten», kommentierte der «Grabmacherjoggi» mit humoristisch-kritischem Unterton.
Unter dem Beitrag entwickelte sich daraufhin eine angeregte Diskussion über Sinn und Unsinn der besagten Abschrankung. Für die einen ist das Geländer schlecht geplant, biete aber trotzdem mehr Sicherheit wegen des «unübersichtlichen» Strassenverkehrs. Die anderen fragen sich, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben könnten.
Auch SVP-Grossrat Joel Thüring äusserte sich zum neuen Geländer und kommentierte: «Das ist also wirklich Unsinn.»
Für einen sicheren Schulweg
Prime News hat beim Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) nachgehakt, was es mit dem Gitter auf sich hat. «Es dient zum Schutz der Kindergartenkinder», erklärt Mediensprecherin Sarah Mesmer. Und tatsächlich: Direkt dahinter befindet sich der Eingang zum Kindergarten Spalengraben 15.
Wegen der «unübersichtlichen» Verkehrslage hätten sich die Eltern und Lehrpersonen für ein Schutzgeländer ausgesprochen und sich an das Bau- und Verkehrsdepartement sowie an das Erziehungsdepartement gewandt, so Mesmer. «Wir wollen für die Kinder den grösstmöglichen Schutz bieten. Deshalb haben wir das Geländer Mitte Juli 2022 montieren lassen.»
Auf diesen Umstand weist der Kanton respektive dessen offizieller Twitter-Account auch unter dem Beitrag des «Grabmacherjoggi» hin.
Neue Trottoirabsenkung wird geprüft
Vor 2015 befand sich beim abgesenkten Trottoir-Abschnitt ein Fussgängerstreifen. Dieser sei jedoch vor sieben Jahren im Zusammenhang mit der Einführung der Tempo-30-Zone in der Spalenvorstadt aufgehoben worden, erklärt die BVD-Medienstelle weiter.
In dieser Zone könne man die Strasse somit überqueren, «wo man möchte». Die Diskussion auf Twitter scheint allerdings gleichwohl etwas ausgelöst zu haben bei den Behörden.
Wie das BVD am Dienstag sowohl gegenüber Prime News als auch auf Twitter mitteilt, prüfe man eine weitere Trottoirabsenkung neben dem neuen Geländer. (meg / ost)
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