19.04.2023 News aus der Region

«Akt der Willkür»: Nizza lässt keine FCB-Fans zu

Die französischen Behörden machen die nationale Sicher­heit wegen der Streiks geltend. Die FCB-Spitze zeigt sich empört.

Bild: Leonie Wartenweiler

Beim Rückrundenspiel in der UEFA Europa Conference League zwischen dem OGC Nice und dem FC Basel 1893 vom kommenden Donnerstag müssen unsere rotblauen Kicker auf den Support von den Rängen verzichten: Die Fans werden nicht zugelassen. Fünf Tage nach der letzten, ausführlichen Videokonferenz hätten die französischen Behörden heute Mittwoch früh die FCB-Spitze über diesen Entscheid informiert.

Grund seien die anhaltenden Streiks gegen die umstrittene Rentenreform der Regierung Macrons. So sei die nationale Sicherheit nicht zu gewährleisten.

Der FC Basel zeigt sich in seiner Medienmitteilung «wütend und massloss enttäuscht über das inakzeptable Vorgehen» der französischen Behörden. Schliesslich hatte man nach der erwähnten Konferenz den Ticketverkauf eröffnet. Nun will die Clubleitung gegen den Erlass des Innenministeriums gerichtlich vorgehen. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», heisst es trotzig im Communiqué.

FCB: «Pauschale Kriminalisierung von Fussballfans»

Sollte es beim Ausschluss der FCB-Fans bleiben, werde man «bestmögliche Unterstützung bei der Abklärung von Rückforderungen für Reiseauslagen etc.» bieten. Die Mitteilung des FCB ist in offensivem Direktton gehalten. Im Austausch mit den französischen Behörden sei der Vertretung des Clubs eine «inakzeptable Ignoranz und Arroganz» entgegen geschlagen.

Die Behörden übten eine «pauschale Kriminalisierung von Fussballfans» aus. Diese hätten bereits im Vorfeld «absurde Forderungen» erhoben: Fans hätten sich in gewissen Bereichen der Stadt nicht aufhalten dürfen, und keine «Knall- oder Rauchkörper, Fahnen und Banner, deren Aufschriften zu Provokation, Gewalt oder Hass aufrufen», auf sich tragen dürfen.

Das friedlich verlaufene Hinspiel zeige, dass zwischen den Fans der Clubs keine «besondere Rivalität» bestehe. Warum die französischen Behörden die Spielbegegnung zu einem Hochrisikospiel heraufgestuft habe, erschliesse sich dem FCB nicht. Den Antrag ans Innenministerium, FCB-Fans gänzlich auszuschliessen, weil der FCB kein exaktes Reiseverhalten seiner Fans voraussagen könne, hält der FCB für «fadenscheinig» begründet. (cb)

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