Cyberkriminelle: Daten des Erziehungsdepartements im Darknet
Erpresser machten Drohung wahr. Daten des Erziehungsdepartements wurden veröffentlicht. Dahinter stecke die Hackergruppe «Bianlian».

Der Verbrechergruppe namens «Bianlian», die auch schon den Schokoladenhersteller Läderach angegriffen hatte, ist es bereits im Januar gelungen, Daten des Erziehungsdepartements (ED) zu entwenden. Darauf folgte eine Lösegeldforderung. Über deren Höhe schweigt sich das Departement auf Anfrage von Prime News aus. Das Departement sei darauf nicht eingegangen.
Nun habe die Gruppierung mehrere Datenpakete im Gesamtumfang von mutmasslich 1.2 Terabyte im Darknet publiziert, wie das Erziehungsdepartement in einer Medienmitteilung kommuniziert.
Update: Wie an einer Medienkonferenz des Erziehungsdepartementes verlautete, seien auch «sensible Daten» von Basler Schülerinnen und Lehrpersonen publiziert worden, beispielsweise Lehrberichte, Noten, Absenzen, E-Mail-Korrespondenzen, Abklärungsberichte und eine Anzahl den Behörden noch unbekannte Daten. Die Gefahr sei gross, dass sich darunter etwa auch heikle Dokumente wie schulpsychologische Berichte befinden. (Bericht: Basler Zeitung)
Direkt betroffene Personen würden direkt vom Erziehungsdepartement informiert, heisst es in einer Medienmitteilung des Erziehungsdepartementes.
Wahrscheinlich ein E-Mail, das geöffnet wurde
Bislang funktionierten die Systeme tadellos, sagt ED-Sprecher Gaudenz Wacker. Schon vor der Attacke habe man diese auf mögliche Schwachstellen hin überprüft.
Bereits im Januar machte das Departement den Angriff öffentlich. Attackiert wurde demnach «eduBS», ein Netzwerk, das den Basler Lehrpersonen und Schülerinnen/Schülern zur Verfügung steht. Es laufe vom kantonalen Datennetz isoliert, weitere Kreise seien nicht betroffen. «Es ist wahrscheinlich, dass der Zugriff durch ein präpariertes E-Mail geschah, das geöffnet wurde.»
Nicht der erste Angriff auf den Kanton
Die Daten seien nicht entwendet, sondern kopiert worden. Als Sicherheitsmassnahme mussten Ende März sämtliche Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler ihre Passwörter ändern. Die IT-Abteilung des Departements habe zusammen mit «externen Expertenteams» in den letzten Wochen die betroffenen Systeme und Daten eingehend überprüft.
Der aktuelle Cyberangriff ist nicht der erste gegen den Kanton Basel-Stadt. Vor zwei Jahren wurden die Server der Allgemeinen Gewerbeschule Basel von der Ransomware Ryuk lahmgelegt.
Die Basler Regierung hat am Mittwoch eine neue Datenstrategie vorgestellt. (cb.)
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