Leerwohnungsbestand in Basel geht leicht zurück
Die Leerwohnungsziffer liegt neu bei 1,1 Prozent. In anderen Schweizer Städten ist sie deutlich geringer.

Der Leerwohnungsbestand in Basel-Stadt ist innerhalb eines Jahres um 99 auf 1229 Einheiten gesunken. Das teilte das statistische Amt des Kantons Basel-Stadt am Freitagmorgen mit. Umgerechnet entsprach die Leerwohnungsziffer am Stichtag, dem 1. Juni, 1,1 Prozent.
Sowohl das Bevölkerungswachstum als auch der Umzug ukrainischer Flüchtlinge von Gastfamilien in eigene Wohnungen hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, ist der Medienmitteilung weiter zu entnehmen.
Trotz dieser Entwicklung ist der Anteil der freien Wohnungen in Basel weiterhin deutlich grösser als in anderen Schweizer Städten. Zum Vergleich: In Bern liegt die Leerwohnungsziffer dieses Jahr bisher bei 0,45 Prozent und in Genf bei 0,5 Prozent.
Für andere Schweizer Städte liegen noch keine Zahlen zum laufenden Jahr vor. Dennoch dürften auch dort weniger Wohnungen frei stehen. In Zürich beispielsweise lag die Quote 2022 bei niedrigen 0,1 Prozent.
Im Inner-Basler Vergleich zeigt sich zudem: Die höchsten Leerstandsquoten entfallen auf die Wohnviertel Altstadt Grossbasel mit 2,2 Prozent und Vorstädte mit 2,1 Prozent. Demgegenüber verzeichnen die Wohnviertel Hirzbrunnen (0,5 Prozent), Wettsteinquartier sowie Bachletten (jeweils 0,6 Prozent) die niedrigsten Quoten.
Vierzimmerwohnungen sind besonders knapp
Zusätzlich dazu haben die Statistiker auch analysiert, welche Arten von Wohnungen am Rheinknie besonders häufig freistehen. Demnach beträgt die Leerwohnungsziffer bei Drei-Zimmerwohnungen exakt 1,1 Prozent.
Höher ist die Quote bei Einzimmer- (1,6 Prozent) und Zwei-Zimmerwohnungen (1,3 Prozent). Grössere Wohnungen mit vier bis sechs Zimmern stehen seltener leer. Sie weisen eine Leerwohnungs-Ziffer zwischen 0,8 und 0,4 Prozent auf.
Im Kanton Baselland hingegen standen am Stichtag sechs Wohnungen mehr zur Verfügung als im vergangenen Jahr: nämlich insgesamt 1359 Wohnungen. Weil aber gleichzeitig einige neue Wohnungen dazugekommen sind, ging die Leerwohnungsziffer dennoch geringfügig von 0,93 auf 0,92 Prozent zurück.
Diese Daten basieren auf einer Leerstandserhebung per Stichtag 1. Juni 2023, welche das Statistischen Amt des Kantons Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Daten und Statistik des Kantons Basel-Land durchgeführt hat.
Auch weniger Leerstände bei Geschäftsräumlichkeiten
Parallel dazu führte der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) beider Basel eine Erhebung zu den Leerständen von Geschäftsräumlichkeiten durch. Demnach stehen in beiden Basel aktuell weniger Geschäftsflächen frei: 0,8 Prozent oder nur 361'000 statt 364'000 Quadratmetern wie noch im letzten Jahr.
Die leerstehende Fläche in der Stadt reduzierte sich um 11'000 m2 (– 5,5 Prozent) auf insgesamt 191'000 Quadratmeter, während sie im Baselbiet um 8'000 Quadratmeter zunahm (Neu: 171'000 Quadratmeter.)
Neue Tendenz: Die Leerstände bei den gesamte Gewerbefläche sanken deutlich, bei den Büroflächen stiegen sie signifikant (+ 21 Prozent.) (nh)
Stellungnahme Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft beider Basel (SVIT)
In einer Medienmitteilung schreibt der SVIT: «Auch wenn im Stadtkanton bei einer Leerstandsquote von 1 % noch immer von Wohnungsnot gesprochen wird, sind die Zahlen weniger dramatisch als in anderen Grossstädten».
Und weiter: «Wenn in Basel-Stadt konstant jedes Jahr 20’000 Umzüge stattfinden, zeigt dies deutlich, dass der Wohnungsmarkt weitgehend funktioniert und die umzugswilligen Mieter in der Regel eine neue für sie passende Wohnung finden.»
Noch gebe es zudem keine Anzeichen, dass das neue Wohnschutzgesetz in Basel-Stadt Auswirkungen auf die Leerstände habe. Zudem sei weiterhin kein «Ukraine-Effekt» am Wohnungsmarkt spürbar.
In Bezug auf die leerstehenden Geschäftsflächen verweist die SVIT darauf, dass die freien Büroflächen in beiden Kantonen von 181'000 Quadratmetern auf 221'000 Quadratmeter gestiegen sind. Die leeren Ladenflächen seien hingegen leicht rückläufig, was positiv zu werten sei.
Und auch die Produktionsflächen hätten im vergangenen Jahr wieder mehr absorbiert werden können. Insgesamt stelle man zudem fest, dass andere grössere Flächen als im Vorjahr auf dem Markt sind.
Im Hinblick auf künftige Zeiten schreibt das SVIT: «Der Druck auf Vermieter und Investoren wächst, mit zunehmenden Leerständen zu prüfen, ob eine Umnutzung in Wohnfläche Sinn mache.» Zudem werde sich, nachdem der Hype um das Homeoffice etwas am Abklingen sei, weisen, ob mittelfristig die Nachfrage nach grösseren Büroflächen wieder zunehmen wird. (nh)
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