Handelskammer-Empfang: Fussballdirektorin als Ehrengast
Am Neujahresempfang sprach Marion Daube, Direktorin Frauenfussball des Schweizerischen Fussballverbandes, vor lokaler Prominenz.

Mehr als 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Diplomatie fanden sich am Montagabend in der Schalterhalle der UBS beim Bankverein ein, um auf Basel, sich selbst und auf den Gang der Dinge anzustossen.
Elisabeth Schneider-Schneiter, Präsidentin der Handelskammer beider Basel, begrüsste mit Blick auf die UEFA Women's Euro 2025 feierlich Marion Daube – die Direktorin Frauenfussball des Schweizerischen Fussballverbands – als Überraschungsgast. Bekanntlich soll der Final im Joggeli in Basel stattfinden.
Zu Beginn ihrer Rede schlug Schneider-Schneiter jedoch nachdenkliche Töne an: «Krieg, Nationalismus, Protektionismus, Krisen.» Als starker Wirtschafts-Standort könne Basel ein Stück weit mithelfen, diese Entwicklungen zu bremsen.
Diesbezüglich betonte sie: Die Schweiz, und Basel im Besonderen, würden nach wie vor zu den innovativsten und wettbewerbsfähigsten Standorten der Welt gehören. «Wir müssen dafür sorgen, dass es so bleibt und wir nicht selbstgefällig werden», kommentierte HKBB-Direktor Martin Dätwyler gegenüber Prime News.
Er wünschte sich fürs neue Jahr genügend Arbeitskräfte, moderate Steuern, offene Märkte, Raum für die Wirtschaft sowie Innovationsfähigkeit, Digitalisierung und Versorgungssicherheit. Sorgenfalten bereite ihm die Blockade im Baubereich: Projekte würden in Basel kaum noch vom Fleck kommen.
Am heutigen Dienstagmorgen kündigte der Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler im Interview eine neue Plattform an, die der «Überregulierung» entgegenwirken soll.
(Frauen-)Fussball und Wirtschaft
Wirtschaft und Fussball haben erstaunlich viel gemein. Zu diesem Schluss kamen Schneider-Schneiter und Frauenfussball-Direktorin Marion Daube. Am Beispiel Fussball erläuterten sie, welche Faktoren für die Wirtschaft in Zukunft «matchentscheidend» sind. Zuerst formulierte Daube aber mit Blick auf die Europameisterschaft 2025 einen Appell an die Basler Bevölkerung: «Jetzt müsst ihr im Sommer 2025 zu Hause bleiben.»
Für die erfolgreiche Bewerbung der Schweiz als Gastland mussten Daube und ihre Mitstreiterinnen über 1'000 Dokumente ausfüllen. Doch nicht nur die Bürokratie verbindet Fussball und Wirtschaft, auch Regeln hätten sie gemein. Schneider-Schneiter betonte, Regeln seien nötig, warnte aber vor Überregulierungen, welche die «Spielfreude und die Innovation» ersticken könnten.
Auch Teamplay, ein attraktives Spielfeld beziehungsweise Rahmenbedingungen, gut ausgebildeter Nachwuchs und Weitblick seien sowohl auf dem Grün, als auch im Büro unabdingbar, so die Botschaft. Sie wolle dazu beitragen, Frauen dafür fit zu machen, damit sie sich sowohl beruflich als auch sozial mehr engagieren können, so Daube.
Schneider-Schneiter konnte es sich nicht verkneifen, sich von der Fussballdirektorin die Abseits-Regel erklären zu lassen. Dazu gibt es eine kleine Vorgeschichte: Schneider-Schneiter wurde im Parlament einst von einem SVP-Nationalrat dazu aufgefordert, die Offside-Regel zu erklären. Das sorgte damals für Schlagzeilen: Der Blick schrieb von einem «Offside-Eklat».
Am restlos ausgebuchten Anlass am Montagabend war auch viel Basler Polit- und Wirtschaftsprominenz zugegen. Die grossen Abwesenden waren der Neo-Bundesrat Beat Jans, Nationalratspräsident Eric Nussbaumer und Ständeratspräsidentin Eva Herzog, die in Bern Termine wahrnehmen mussten.
Zu den omnipräsenten Regierungsratswahlen vom 3. März gab sich Schneider-Schneiter diplomatisch: «Wir wünschen allen wirtschaftsfreundlichen Kandidaten viel Glück. Und natürlich im Besonderen unserem Mitarbeiter Luca Urgese.» Dieser war ebenso wie der Grünen-Kandidat und Unternehmer Jérôme Thiriet am Anlass mit dabei. Mustafa Atici erblickte der Schreiber dieser Zeilen nicht. (nh)
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