Kanton eröffnet temporäre Asylunterkunft in Pratteln
Rund 100 Menschen kommen ab heute an der Gottesackerstrasse unter. Der Kanton kritisiert die Gemeinden scharf: Diese erfüllten ihre Aufnahme-Quoten «grösstenteils» nicht.

Heute Montag nimmt der Kanton Basel-Landschaft eine temporäre Asylunterkunft in einem ehemaligen Coop-Laborgebäude in Pratteln in Betrieb.
Diese bietet Platz für 100 Personen, wurde bereits im Sommer 2023 eingerichtet und zwischenzeitlich von der Gemeinde selbst betrieben. Der Betrieb ist allerdings nur bis Ende März 2024 vorgesehen.
Der Grund für die Hauruck-Aktion: Die Zahl der von den Gemeinden gemeldeten Aufnahmeplätze für Flüchtlinge sei stark rückläufig, der Kanton sei daher «gezwungen», selbst aktiv zu werden.
Wie die Finanz- und Kirchendirektion in einer Medienmitteilung schreibt, gilt im Baselbiet eine Aufnahmequote von 2,6 Prozent. Will heissen: Die Gemeinden sind verpflichtet, auf 1'000 Bewohner 26 Asylsuchende aufzunehmen.
Kanton kritisiert die Gemeinden
Allerdings erfüllten nicht alle Baselbieter Gemeinden diese Quote und «die Aufforderungen des Kantons an die Gemeinden, ihrer Pflicht nachzukommen», seien «grösstenteils ergebnislos» geblieben.
Da alleine im Januar 2024 150 Geflüchtete dem Kanton Basel-Landschaft zugewiesen wurden, habe dieser intervenieren und selbst eine Unterkunft in Betrieb nehmen müssen. Da im 2024 mit 1'500 bis 2'000 zusätzlichen Geflüchteten im Baselbiet zu rechnen ist, sorgt das temporäre Asylzentrum in Pratteln nur kurzzeitig für Entspannung.
Daher fordert die Finanz- und Kirchendirektion in scharfem Ton: «Die Gemeinden müssen in entsprechendem Umfang ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen und dafür sorgen, dass ausreichend Aufnahmeplätze zur Verfügung stehen.» (lt)
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