24.04.2024 News aus der Region

Clara­spital: Mehr Patienten, mehr Stellen, negative Rechnung

Die Behandlungs­zahlen haben 2023 stationär und ambulant zuge­nommen, besonders stark bei speziali­sierten Ein­griffen.

Direktorin des Claraspitals Rebekka Hatzung. Bild: Claude Bühler

Stationär wurden 2023 im Claraspital 11’838 Personen behandelt, das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Ebenfalls um gut ein Prozent zugenommen haben die ambulanten Zahlen (50’392), heisst es in der Medienmitteilung des Spitals. 

Die Notfallstation hatte 2023 dem nationalen Trend folgend etwas weniger Patientenaufkommen als im Vorjahr (minus acht Prozent). Auch die Zahl der stationären Eintritte über die Notfallstation lag leicht unter dem Vorjahr. Die Zahl der ausserkantonalen stationären Patient/innen lag bei 50 Prozent.

Stark angestiegen ist die Anzahl der hochspezialisierten Baucheingriffe: Um 48 Prozent auf deren 262 Eingriffe. Am meisten zugenommen haben insbesondere die Pankreas- und die Ösophagusresektionen.

«Im September des vergangenen Jahres hat das Claraspital die nun definitiv vergebenen Leistungsaufträge für die komplexe bariatrische Chirurgie und für die tiefe Rektumresektion bei Erwachsenen erneut erhalten», teilt das Claraspital mit. Es gehöre damit zu einem der nur noch 15 Spitäler der Schweiz, die bei Darmkrebs den Enddarm entfernen dürften.

Ebenfalls im vergangenen Jahr hat die Urologie des Claraspitals den Leistungsauftrag zur Radikalen Zystektomie, also zur Entfernung der Harnblase, erhalten und die Mindestfallzahl von 10 mit 19 Fällen übertroffen.

Mehr Personal, mehr Ertrag, leichtes Minus

Um die steigenden Patientenzahlen bewältigen zu können, wurden 2023 über 50 zusätzliche Stellen geschaffen und auch besetzt. Auch das Claraspital spüre «den Fachkräftemangel und benötigt in gewissen Disziplinen mehr Aufwand und Zeit, um Stellen besetzen zu können».

Trotz leicht höherem Gesamtertrag (247,84 Millionen Franken, plus zwei Prozent) schliesst das Spital mit einem Verlust von 2,4 Millionen Franken ab. Der EBITAR (Gewinn vor Mieten, Steuern, Abschreibungen) liegt bei 12,4 Prozent. «Das leichte Minus im Ergebnis bestätigt die Entwicklung, dass Spitäler zunehmend strukturell unterfinanziert sind», heisst es in der Medienmitteilung des Claraspitals. Die Tarife seien nicht kostendeckend, was dazu führe, dass das Claraspital trotz steigender Patientenzahlen einen Verlust schreibt.

Das Clara­spital gehört zu den «weltweit besten Spitälern»

Die durch eine interne Befragung erhobene Patientenzufriedenheit liege bei «ausgezeichneten» 93,8 Prozent und habe im Vergleich zum vergangenen Jahr nochmals um ein Prozent zugelegt. Auch die Zufriedenheit der zusatzversicherten Personen liege bei «erfreulichen» 93,4 Prozent. Diese Werte werden von einer anderen, durch einen externen Anbieter durchgeführten, anonym erhobenen Befragung bestätigt.

Gemäss Ranking des amerikanischen Nachrichtenmagazins «Newsweek» ist das Claraspital einmal mehr unter den weltweit besten Spitälern. Nur 10 Schweizer Spitäler werden als «World’s Best Hospitals 2024» betitelt.

Das Claraspital belegt unter den Schweizer Spitälern Rang 6 und wurde damit als zweitbestes nicht universitäres Spital der Schweiz und als bestes nicht universitäres Spital der Nordwestschweiz gelistet. Auf der globalen Liste konnte sich das Claraspital erneut verbessern, vom 137. auf den 123. Rang der besten 250 Spitäler weltweit. (red.)

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