Maya Graf: «Frauen werden überdurchschnittlich profitieren»
Die Grüne Maya Graf, die Grünliberale Katja Christ und Saskia Schenker (FDP) plädierten für ein Ja zur BVG-Reform.

Der «Tagesanzeiger» nannte die Vorlage kürzlich einen demokratie-politischen «Abgrund». Weil sie niemand verstehe.
Die Abstimmung um die Revision der zweiten Säule, die dem nationalen Stimmvolk am 22. September vorgelegt wird, ist tatsächlich selbst für Fachleute eine Herausforderung. Im wesentlichen geht es bei der Revision darum, die Finanzierbarkeit des Sozialwerks sicherzustellen. Zudem sollen mehr Menschen – gerade auch jene, die Teilzeit arbeiten – in den Genuss von Rentenleistungen gebracht werden. Gewerkschaften und die SP Schweiz haben das Referendum ergriffen.
Das Mittel, um in der Lage bei der Bevölkerung Vertrauen zu wecken: ein politisch breite Allianz, die dazu prominent besetzt ist.
Genau eine solche präsentierte heute Montag das regionale Komitee «Ja zur BVG-Reform» vor den Medien, das vom Arbeitgeberverband Region Basel gemanaged wird:
Maya Graf, Ständerätin BL (Grüne), Katja Christ, Nationalrätin BS (Grünliberale), Claudia Brodbeck, Landrätin (Mitte), Lydia Isler-Christ, Grossrätin (LDP,) Nicole Roth, Landrätin (SVP), Saskia Schenker, Landrätin (FDP) und Direktorin Arbeitgeberverband Region Basel.
Maya Graf betonte: «Wir beklagen heute leider zu Recht, dass Altersarmut weiblich ist. Viele Frauen sind im Alter finanziell schlecht abgesichert und benötigen Ergänzungsleistungen, um die Existenz zu sichern». Und weiter: «Frauen werden überdurchschnittlich von dieser Reform profitieren.»
Heutige Situation zu Lasten von Pflegefrauen und Bäuerinnen
Nationalrätin Katja Christ hob die Wichtigkeit der BVG-Reform gerade auch für die heutigen Erwerbstätigen hervor: «Heute leben wir im Schnitt 5 Jahre länger als bei der Einführung der beruflichen Vorsorge. Das heisst, das in der 2. Säule eigene angesparte Vermögen muss im Schnitt 5 Jahre länger reichen.» Das zwinge die Pensionskassen dazu, systemwidrig Geld von jungen Menschen, die einzahlen, an die Pensionierten umzuverteilen.
Die im Pflegedienst tätige SVP-Landrätin Nicole Roth führte das Argument der Teilzeitarbeit an: «Wenn Teilzeitarbeit für eine bestimmte Lebensphase das Richtige ist und man es sich auch vom Einkommen her für diesen Zeitpunkt leisten kann, geht die Rechnung dann spätestens im Alter nicht mehr auf». Man müsse in jeder Lebenslage gut in der 2. Säule versichert sein, auch in den Tieflohnbranchen.
Mitte-Landrätin Claudia Brodbeck erinnerte dabei an die Situation der Landwirtinnen: Für die eigentlich bezahlte Arbeit auf dem Hof und in der Zweitbeschäftigung seien Bäuerinnen aufgrund der heutigen Vorgaben im BVG-Obligatorium oft nicht in der 2. Säule versichert. Berufsgruppen wie den Bäuerinnen müsse man bessere Renten ermöglichen.
Lydia Christ-Isler betonte unter anderem, dass die Revision dafür sorge, dass auch ältere Frauen im Arbeitsmarkt besser vermittelbar seien, da die Lohnbeiträge ab 55 Jahren reduziert würden. (cb)
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