Parlament spricht 37,5 Millionen Franken für ESC
Die Zustimmung war mit 87 Ja-Stimmen überwältigend. Vereinzelt hiess es, man wünschte sich auch bei anderen Geschäften dieses Tempo.

Der Grosse Rat spricht sich mit grosser Mehrheit für einen Kredit zur Durchführung des Eurovision Songcontest (ESC) aus. Die Basler Regierung hat vom Parlament vor knapp drei Wochen eine Beteiligung für den Musikwettbewerb in der Höhe von insgesamt 35 Millionen Franken gefordert. Nachträglich wurde noch ein Kredit über knapp 2,5 Millionen Franken beantragt.
Der zuständige Regierungspräsident Conradin Cramer verlieh seiner Freude über den Zuschlag für den ESC während der Debatte nochmals Ausdruck. «Wir haben uns mit einer mutigen Kandidatur gegen Zürich und Genf durchgesetzt», so der LDP-Regierungsrat.
Cramer erläuterte einige Eckpunkte des ESC. So sollen neun Shows in der St. Jakobshalle durchgeführt werden. Am Finaltag soll zudem im St. Jakob-Park mit der Arena-Plus ein Public-Viewing aufgezogen werden. So könnten Leute ohne Tickets für die finalen Shows hautnah am ESC teilnehmen.
Zudem soll der ESC ein Fest für die ganze Bevölkerung werden. Dazu brauche es das «Eurovision-Village» in den Messehallen, das der Swisslosfonds bezahle. Zudem erhielten regionale Bands auf dem Barfi eine Bühne um aufzutreten. Die daran anschliessende Steinenvorstadt soll zur ESC-Fanmeile mutieren.
Grosse Werbewirksamkeit
Cramer ergänzte zur Werbewirksamkeit des ESC: «Wir können damit ein Millionenpublikum erreichen und es von den Qualitäten unserer Stadt überzeugen.» So habe der diesjährige ESC in Malmö 160 Millionen TV-Zuschauer erreicht. Die Wertschöpfung sei «gigantisch».
Am ESC in Liverpool, so eine Studie, habe das Gewerbe, die Gastonomie und die Hotellerie rund 62 Millionen Franken umgesetzt. Dennoch befand Cramer, dass 35 Millionen Franken «viel Geld» seien.
Bei den Parteien war das Geschäft weitgehend unumstritten. Ein Parlamentarierer verlangte, dass das Geschäft an die Regierung zurückzuweisen sei. Grund: Es könne nicht sein, dass der Staat den ESC subventioniere. Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt.
Andere Grossräte bemerkten, dass wenn jedes Geschäft so rasch durch die politischen Mühlen ginge, der Kanton Basel-Stadt «ein anderer» wäre. Das Tempo überrasche auch, weil das Geschäft departementsübergreifend sei. Es wäre wünschenswert, dass auch andere komplexe Geschäfte etwas schneller von den Institutionen angepackt, bearbeitet und erledigt würden.
Wichtig sei es, so hiess es weiter, dass der Kredit von 35 Millionen Franken und der Zusatzkredit von knapp 2,5 Millionen Franken eingehalten und nicht überschritten würden.
Zur Ausgabe über 35 Millionen Franken stimmte der Grosse Rat mit 87 zu 4 Stimmen bei 4 Enthaltungen zu. Zum Zusatzkredit über 2,5 Millionen Franken lautete das Resultat 86 zu 4 bei 5 Enthaltungen.
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