Unbewilligte Demo zog durch Innenstadt – Tramverkehr gestoppt
Mehrere hundert Personen demonstrierten für Frauenrechte. Die Polizei liess sie gewähren.

Update 20.57 Uhr
Die Kantonspolizei meldet, die Demo endete im Kasernenhof.
In der Meldung heisst es: Bis dahin verlief die Demonstration friedlich und ohne Sachbeschädigungen. Gegen 19.15 Uhr, kurz vor dem Ende der Demonstration, wurden in der Kasernenstrasse Polizistinnen des Dialogteams mit Eiern und anderen Gegenständen beworfen. Dabei wurde eine Angehörige der Polizei leicht verletzt.
17 Uhr: Besammlung Barfüsserplatz
Zum «antipatriarchalen Kampftag» anlässlich des internationalen Frauentags wurde im Netz von feministischen und «antifaschistischen» Organisationen aufgerufen. Als sich gegen 17 Uhr etwa 300 Personen auf dem Barfüsserplatz einfanden, erklärte eine Polizeisprecherin per Megaphon die Demo für unbewilligt. Sie wies auf das Verhüllungsverbot hin. Man werde jedoch eine Standdemo tolerieren.
Die Polizei war mit einem Dialogteam vor Ort. In den Seitenstrassen abseits standen Polizei-Angestellte in Demo-Montur auf Abruf bereit.
In den Ansprachen wurden unter anderem die Haftbedingungen im Waaghof, ferner die «patriarchale» und kapitalistische Gesellschaft kritisiert, die die Frauen und Queer-Personen unterdrücke.
Polizei wich zurück und Verkehrsbehinderungen
In der Folge setzte sich der mittlerweile auf geschätzt 500 Personen angewachsene Zug entgegen der polizeilichen Anordnung in Bewegung. Ein beträchtlicher Anteil der Demo war insbesondere im vorderen Teil mit Gesichts- und Hygiene-Masken oder Brillen vermummt. Die Polizeikräfte wichen zurück.
Die Demo zog unter Rufen, unter anderem auch «Free, free Palestine» oder «Frauen, Leben, Freiheit» durch die Steinenvorstadt, vorbei an den engen Passagen der Aussenbestuhlungen. Die «Steine» sei ein Ort patriarchaler Gewaltausübung, rief eine Frau per Megaphon. Vor dem Waaghof machte der Zug Halt. Feuerwerk wurde gezündet.
Nach weiteren Ansprachen verschob sich der Zug über die Heuwaage an den Steinenberg, über den Bankenplatz ins Kleinbasel. Ausschreitungen oder Sachbeschädigungen waren keine zu erkennen.
Der Tramverkehr wurde von der Demo gestoppt. Es kam zu Verspätungen.
Im Jahr 2023 kam es an der Demonstration vom 8. März zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei. Diese schoss mit Gummischrot auf Demonstrantinnen. (cb)
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