ESC: Leila Moon fordert mit Petition Ausschluss von Israel
Über 140 Personen haben einen Aufruf unterzeichnet. Noch ist nicht klar, ob Palästina-Demos bewilligt werden.

Die Basler DJ, die 2024 mit dem Kulturförderpreis des Kantons Basel-Stadt hätte ausgestattet werden sollen, hat mit aktuell 144 anderen Schweizer Kulturschaffenden eine Petition der Boykottbewegung «Boycott, Divestment and Sanctions» (BDS) unterzeichnet, die von der European Broadcasting Union (EBU) einen Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest (ESC) fordert.
Das kriegsführende Land müsse aufgrund «nachgewiesener Verbrechen wie Folter, Landraub und aussergerichtliche Hinrichtungen» vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, zitiert die BaZ aus dem Boykottaufruf.
Dass der israelische TV-Sender und EBU-Partner KAN sich mit eigenen Sendungen «an Kriegstreiberei, rassistischer Hetze gegen Palästinenser*innen und Genozidverherrlichung» beteiligt, widerspreche der Idee des ESC als Fest des Friedens und der Einigkeit.
Laut der BaZ schliesse die EBU einen Ausschluss Israels aus. «Wir verstehen die Sorgen im Zusammenhang mit dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten», wird deren Direktor Martin Green zitiert. Allerdings sei es Aufgabe der EBU, einen Wettbewerb zu veranstalten, der durch Musik verbinde. Man orientiere sich an anderen internationalen Organisationen, die ihre inklusive Haltung gegenüber israelischen Teilnehmern ebenfalls beibehalten haben.
Demos und erhöhte Terror-Gefahr
Für die ESC-Woche sind auch Pro-Palästinensische Aktionen und Demos angekündigt (Prime News berichtete). Die dafür verantwortlichen Basler Palästina-Aktivisten sind in den letzten Monaten mit Uni-Besetzungen, Drohungen gegen Grossräte und antisemitischen Parolen aufgefallen. «Für Palästina eskalieren»: So lautet das Motto. Auch am 1. Mai wurden Gewalt-Aufrufe und antisemitische Parolen skandiert.
Der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer sagte auf Anfrage, dass grundsätzlich das Demonstrationsrecht gelte. Aber aktuell liegen laut der NZZ weder Gesuche noch Bewilligungen für Demos vor.
Wie die NZZ berichtet, hätten Polizei und Nachrichtendienst nicht nur Kundgebungen und antisemitische Störaktionen im Blick, sondern auch Anschläge. Seit geraumer Zeit ist die Terrorgefahr in der Schweiz erhöht. Es gebe zwar keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag während des ESC. Eine «nicht zu unterschätzende Gefahr» gehe aber von radikalisierten Einzeltätern aus, wird ein Verantwortlicher zitiert. (cb)
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