Psychiatrie Baselland: Rekord bei Behandlungen, aber rote Zahlen
Die wirtschaftliche Situation sei herausfordernd, weil einige Tarife nicht kostendeckend seien, sagt CEO Barbara Schunk.
Mit insgesamt 15'176 Personen hat die Psychiatrie Baselland im 2024 so viele Patientinnen und Patienten behandelt wie noch nie. Wie die Institution in einem Communiqué mitteilt, sei die Zunahme – wie bereits in den Vorjahren – im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie besonders ausgeprägt gewesen (6%).
Den steigenden Zahlen steht eine negative Erfolgsrechnung gegenüber. So verzeichnete die PBL im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 3,5 Millionen Franken (Vorjahr: -1,5 Mio. Franken). Als Gründe führt die Psychiatrie Baselland (PBL) unter anderem teuerungsbedingte Lohnanpassungen sowie ein notwendiger Personalausbau aufgrund von zusätzlichen Angeboten an. Die PBL verweist ausserdem ausdrücklich auf das Problem «nicht kostendeckender Tarife».
Man stehe vor «grossen wirtschaftlichen Herausforderungen», hält PBL-CEO Barbara Schunk in der Medienmitteilung zum Geschäftsbericht 2024 fest. «Ein Teil unserer Leistungen ist – wie bei vielen Spitälern – chronisch unterfinanziert, was die finanzielle Situation verschärft hat.» Insbesondere bei ambulanten und tagesklinischen Angeboten reichten die Tarife «seit Jahren» nicht mehr für eine vollständige Abgeltung der Kosten.
Wie Schunk weiter ausführt, müsse die PBL wieder in die Gewinnzone kommen. Dies soll über ein effizientes Kostenmanagement, administrative Einsparungen und anderen Massnahmen, etwa durch die Digitalisierung, erfolgen.
Sanierung des Hauptgebäudes hat begonnen
Insgesamt blickt die PBL aber positiv in die Zukunft, zumal sich die Investitionen in die Erneuerung der Infrastruktur und die Anpassung der Betriebskonzepte am Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichteten. Langfristig werde sich dies auszahlen. «Die PBL ist und bleibt ein wichtiger und gefragter Anbieter von psychiatrischen Leistungen in der Nordwestschweiz», hält Schunk fest.
2024 hat die Psychiatrie Baselland auf dem Campus Liestal das Klinikgebäude Hans Allmend saniert und mit fünf Stationen wiedereröffnet. In den modernisierten Räumlichkeiten befindet sich nun die erweiterte Intensiv-Therapie-Station für Jugendliche mit schweren psychischen Krisen.
Ein weiteres bauliches Grossprojekt betrifft das Hauptgebäude: beim Haus Biental wurde mit der Sanierung begonnen. Vorgesehen ist, dass in dem generalüberholten Gebäudekomplex ab Ende 2026 ein Ambulatorium, Tageskliniken, die Zentrale Aufnahe sowie Büros untergebracht sind. Hinzu kommen die Apotheke, Küche und Restaurant sowie ein Auditorium. (ck)
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